In einem utopischen Polizeistaat sind Bücher verboten und Lesen steht unter Strafe. Ein Feuerwehrmann, der eigentlich Bücher verbrennen soll, revoltiert gegen das System totaler Kontrolle ...

"Fahrenheit 451", das ist die Temperatur, bei der Papier zu brennen beginnt. Frankreichs Star-Regisseur François Truffaut, Mitbegründer der Nouvelle Vague, hätte kein besserer Titel für seinen exzellenten Sciencefiction nach dem gleichnamigen Roman von Ray Bradbury (1920-2012) einfallen können, mit dem er sich zwei Jahre nach seinem Cannes-Desaster mit "Die süße Haut" einem Paukenschlag gleich in der internationalen Filmszene zurückmeldete. International war auch die Produktion, erstmals wurde ein Truffaut-Film neben französisch auf englisch gedreht - es blieb sein einziger englischsprachiger. Und noch eine Premiere gab es zu feiern, denn "Fahrenheit 451" war Truffauts erster Farbfilm. Oskar Werner überzeugt in der Rolle des Feuerwehrmanns Montag, der seine Liebe zu den Büchern entdeckt, die er eigentlich verbrennen soll. An Werners Seite agiert Julie Christie, die hier in einer Doppelrolle zu sehen ist: als Montags debile Ehefrau Linda und als Clarisse, die Montags Läuterung einleitet. Für die gelungenen Kamerafahrten zeichnete der spätere Regisseur Nicolas Roeg verantwortlich.

Foto: Universal