In der Nähe des kleinen Ortes Goldstadt in Deutschland zieht der Wissenschaftler Henry Frankenstein mit seinem buckligen Assistenten Fritz nachts über die Friedhöfe, um frische Gräberzu finden. Aus den leblosen Teilen gestorbener Menschen will er mit einer genialen Erfindung neues Leben erschaffen. Schließlich erfüllt sich seinen Traum und schafft ein Monster aus zusammengesetzten Leichenteilen. Doch dann entwischt ihm das Ding aus seinem Labor ...

James Whales Horror-Klassiker mit Boris Karloff in der Rolle des künstlichen Wesens gilt als Meilenstein des (Horror-)Kinos, wobei gerade dieser Film die Kreatur auch in ihren menschlichen Gefühlen zeigt. Boris Karloff spielt in der Rolle seines Lebens das Monster mit großer Intensität und verbreitet Angst und Schrecken, wirkt aber gleichzeitig hilflos und traurig. Unvergessen sein eckiges Gesicht mit den Starkstromanschlüssen am Hals. Der Film machte Boris Karloff, der die Rolle erst bekommen hatte, nachdem "Dracula"-Darsteller Bela Lugosi sie abgelehnt hatte, über Nacht zum Star und wurde Vorbild für unzählige weitere phantastische Horrorfilme mit lebenden Toten. In den meisten späteren Adaptionen wurde jedoch aus Frankensteins Geschöpf vor allem ein gefährliches Monster, dagegen wurden die philosophischen und gesellschaftskritischen Aspekte des Romans immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Leider blieb Whales Film nicht von der Zensur verschont: So wurde aus dem fertigen Film später die Szene entfernt, in der die Kreatur in ihrer Naivität das Mädchen zum Spielen ins Wasser wirft. Erst durch diesen Schnitt stellte sich beim Zuschauer der Eindruck ein, es habe sich um einen brutalen Mord gehandelt. Karloff arbeitete noch in zwei weiteren Horrorfilmen mit Regisseur Whale zusammen: in "Das alte finstere Haus" (1932) und in der Forstsetzung von "Frankenstein", "Frankensteins Braut" (1935). Insgesamt sorgte Frankensteins Monster in weit über 100 Produktionen für Grusel.

Foto: Universal