Horrorfilme aus Deutschland haben es schwer. Natürlich gibt es Klassiker wie Murnaus "Nosferatu - Symphonie des Grauens", doch gerade die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das hiesige Publikum nicht auf übernatürliche Geschichten steht, die zwischen Flensburg und München spielen. Obwohl die Vampirthematik durch die "Twilight"-Saga in aller Munde war, enttäuschte beispielsweise ein hochgelobtes Werk wie Dennis Gansels "Wir sind die Nacht".

Dennoch gibt es Regisseure, die ihrer Lust am Übernatürlichen regelmäßig frönen und entsprechende Filme drehen. Einer von ihnen ist Jörg Buttgereit, der sich mit Werken wie "Nekromantik" einen Namen gemacht hat. Mit seinen Ideen erreicht er zwar ebenfalls nicht die Massen. Allerdings begeisterte er Genrefreunde – und ist damit das prominente Aushängeschild eines neuen Werks der Düsternis.

Psychologischer Horror

Im Episodenfilm "German Angst" nimmt er gemeinsam mit Andreas Marschall ("Tears of Kali") und  Michal Kosakowski ("Zero Killed") die Zuschauer mit auf eine Reise ins Grauen. In drei Kurzgeschichten geht es um einen Taubstummen, der mit einem Skinhead den Körper tauscht, eine Disco-Begegnung mit Folgen sowie – in der Buttgereit-Sequenz – den Einsatz einer Gartenschere im Schlafzimmer.

Dabei sind die Geschichten trotz hohen Blutanteils vor allem psychologisch spannend und ganz sicher nichts für zarte Gemüter. Ein Kassenhit wird "German Angst" – allein schon aufgrund der FSK-18-Freigabe – ganz sicher nichts. Aber es ist schön zu sehen, dass nicht jeder deutsche Film von sich angiftenden Paaren erzählt.