Das kleine Dorf Javé irgendwo in Brasilien soll in der Flut eines geplanten Staudamms verschwinden. Um ihren Heimatort zu retten, greifen die Bewohner zu einer ungewöhnlichen Verteidigungsstrategie: ein Buch der Geschichte und der Geschichten soll die Bedeutung der Siedlung beweisen, ihr sozusagen "Denkmalschutz" sichern. Der Lebenskünstler und ehemalige Postbeamt Antonio solll es abfassen, weil die Dorfbewohner alle Analphabeten sind. Was sie nicht ahnen: Antonio erfindet die Geschichte des Dorfes neu...

Diese sensibel erzählte Tragikomödie ist die zweite Regiearbeit der Brasilianerin Eliane Caffé, die hier mit mit burlesker Komik von der Kraft und Magie des Geschichtenerzählens berichtet. Wie beim berühmt gewordenen Dorf Macondo aus Gabriel García Márquez' grandiosem Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" spielt es auch für Javé keine Rolle, ob das Tal und der Staudamm real existieren. Das Werk erhielt 2003 beim Filmfestival von Rio gleich drei Hauptpreise: als bester Film, für den besten männlichen Hauptdarsteller (José Dumont) und den Publikumspreis.

Foto: Kairos