Irgendwo im winterlichen Iran: Mokhtar lebt mit seiner schönen Frau Khatoun und ihrer gemeinsamen Tochter in einem kleinen Dorf. Als er eines Tages seine Arbeit verliert, beschliesst er, seine Heimat zu verlassen und sein Glück wie viele seiner Landsleute im Ausland zu suchen. Monate vergehen, ohne dass er seiner Familie auch nur das geringste Lebenszeichen zukommen lässt – keinen Anruf, keinen Brief. Als eines Tages der junge, gutaussehende Marhab auf Arbeitssuche in das Dorf kommt, ist er von Khatoun fasziniert und beginnt bald, um deren Gunst zu werben. Tatsächlich lässt sich die vom Leben enttäuschte Khatoun erweichen und gibt Marhabs Werben nach. Doch als dieser arbeitslos wird, scheint sich die Geschichte zu wiederholen...

In seinem Gesellschaftsdrama "Die fünfte Jahreszeit" beschäftigte sich der in Frankreich lebende iranische Regisseur Rafi Pitts mit den gesellschaftlichen Strukturen und Gegebenheiten des zeitgenössischen Iran. Auch in "Die fünfte Jahreszeit" taucht er wieder in langen Bildeinstellungen in das winterliche Iran ein und zeigt den Überlebenskampf einer Generation, die ihre Heimat verlassen möchte und dabei in einen Teufelskreis gerät. Nur mit Laiendarstellern besetzt, überzeugt Rafis neorealistische Studie über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in einem Land, das auch heute noch die Menschen auf der Suche nach einem besseren und freien Leben verlassen.

Foto: Peripher