Micky nutzt die Gunst der Stunde: Als der große Zaubermeister kurz außer Haus ist, versucht sich der kleine Zauberlehrling als Magier. Siehe da, es funktioniert! Die Besen können laufen, füllen die Eimer mit Wasser und wollen offensichtlich gar nicht mehr damit aufhören. So steht plötzlich alles unter Wasser...

In jener Rolle, die gewissermaßen eine Zeichentrickverfilmung des gleichnamigen Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe ist (gedichtet im Jahr 1797), erlangte Micky Maus 1937 einen enormen Popularitätsschub. Die Geschichte vom Zauberlehrling und "Fantasia" - jener Episodenfilm, dem er entstammt, gilt als Meilenstein im Musical-Zeichentrickfilm. Denn erstmals tanzten und spielten Comicfiguren nach Noten. Für die Episode "Micky, der Zauberlehrling" holte Walt Disney seine besten Leute ans Zeichenpult. Die Aufgabe, Micky in seiner bis dahin größten Rolle zu malen, ging an den Micky-Experten Fred Moore. Der verpasste der kleinen Maus sogar Pupillen. Eine Besonderheit für die damalige Zeit. Die Regie übernahm James Algar, der bereits "Schneewittchen und die sieben Zwerge" für Disney mitgezeichnet hatte. Musikalische Grundlage für die magische Micky-Abenteuergeschichte ist das Werk des elsässischen Komponisten Paul Dukas (1865 - 1935), das er im Jahr 1897 schuf und das ebenfalls auf Goethes Gedicht fußt. Micky war Walt Disneys Lieblingskind, dem er sogar im Originalton seine Stimme lieh.