Rund 30 Millionen Menschen spielen Woche für Woche Lotto in Deutschland und hoffen dabei auf einen Gewinn im sieben- bis achtstelligen Euro-Bereich. In ihrer Fantasie haben sich all diese Glücksjäger schon mal auf die Frage nach dem "Was wäre wenn?" eingelassen und mit dem fiktiven Geld ganze Luftschlösser gebaut. Doch was passiert, wenn es plötzlich ganz real wird? Wenn der Gewinn nicht mehr nur Träumerei ist? Torsten, Ende 30, muss sich von heute auf morgen damit auseinandersetzen, dass er das große Los gezogen und den Jackpot von mehreren Millionen geknackt hat. Und während um ihn herum alle - u.a. seine Frau Susanne und sein Sohn Lutz - eine ganz klare Vorstellung davon haben, was man mit so einer Menge Geld alles machen kann, stürzt Torsten in eine Identitätskrise, die seine bis dahin geordnete Welt immer mehr zusammenbrechen lässt ...

Fabian Möhrke lieferte mit seinem Langfilmdebüt im Auftrag des ZDF (Redaktion Kleines Fernsehspiel) eine lakonisch-sachliche, dennoch spannungsreich-unterhaltsame Darstellung eines Lottogewinns und der daraus resultierenden Konsequenzen ab. Für "Millionen" erhielt der Regisseur beim Filmfestivals Achtung Berlin 2014 den "New Berlin Film Award" für den Besten Spielfilm und eine lobende Erwähnung bei den 47. Hofer Filmtagen. In der Jurybegründung heißt es: "'Millionen' untersucht mit großer Wahrhaftigkeit die zersetzende Wirkung des Geldes auf unsere individuelle Freiheit. (...) Der Film erzählt minutiös und stilsicher die psychologische Talfahrt seiner Protagonisten". Hauptdarsteller Andreas Döhler, der gekonnt und recht überzeugend den Part des vermeintlich glücklichen Gewinners Torsten übernahm, war bis dahin überwiegend in Episodenrollen in deutschen Fernsehserien ("In aller Freundschaft", "Die Rettungsflieger", "SOKO Wismar") zu sehen.



Foto: Drop-Out Cinema