Irgendwo in Frankreich: Sam ist mit seinem alten Ford Taunus und einer Pistole auf dem Weg nach Süden. Unterwegs nimmt er die Geschwister Léa und Mathieu mit, die es ebenfalls in den Süden treibt. Die hübsche Léa ist schwanger und weiß noch nicht, was aus ihr und ihrem Kind werden soll, während sich ihr homosexueller Bruder Mathieu sofort zu dem attraktiven Sam hingezogen fühlt. Als Léa in einer Mall den jungen Macho Jeremie aufgabelt, ist das Quartett perfekt. Doch schon bald kommt es zu ersten Verwicklungen unter den jungen Leuten ...

Wie bereits in seinen Werken "Sommer wie Winter ..." und "Wild Side" beschäftigt sich der französische Regisseur Sébastien Lifshitz in seinem Mix aus Roadmovie und Drama erneut mit den Facetten der Liebe und des Begehrens. Allerdings nicht nur unter Männern, denn dieses Mal sorgt auch eine junge Frau für Verwirrung der Gefühle. Dass Lifshitz ein Gespür für atmosphärisch dichte Bilder hat, zeigte er schon in den oben genannten Filmen. Und auch "Plein sud" lebt von den Sonne durchfluteten Landschaften, in denen sich die ausnahmslos attraktiven Protagonisten ihre Zeit vertreiben. Dabei kommt die Story, die Lifshitz zusammen mit seinem Dauer-Drehbuchautor Stéphane Bouquet entwickelte, allerdings etwas lahm daher, die Rückblenden geben nur ansatzweise Aufschluss über die Beweggründe der handelnden Personen, wobei ihre Charakter recht oberflächlich gezeichnet bleiben, so dass sie sich dem Zuschauer nur nach und nach erschließen. Als wie aus einem Western entlaufener einsamer Straßen-Cowboy überzeugt der Belgier Yannick Rénier ("Liebe und Revolution") in der Rolle des Sam, und Frankreichs neues It-Girl Léa Seydoux ("Das schöne Mädchen", "Inglourious Basterds", "Robin Hood") variiert gekonnt das Lolita-Thema.



Foto: Salzgeber