1959 kehrt der junge Jacques Mesrine (Vincent Cassel, Foto, mit Cécile de France) aus dem Algerienkrieg zurück. Dort wurde er Zeuge sinnloser Gewalt gegen Unschuldige. Wohl auch ein Grund, warum er nun der Gesellschaft den Rücken kehrt und keine Lust hat, auf ehrliche Art Geld zu verdienen. Der Rebell verdingt sich zunächst als Schläger und Handlanger eines Pariser Unterweltbosses, scheut keine Brutalität und gilt dennoch in der Damenwelt als Charmeur. Als er einen arabischstämmigen Zuhälter eiskalt ermordet, muss er in Spanien untertauchen. Dort trifft er die hübsche Sofia. Diese heiratet er nicht nur, bald haben sie auch drei gemeinsame Kinder. Doch da er mehr Spaß am Verbrechen als am Familienleben hat, lässt er sich mit der ebenso verwegenen Jeanne an seiner Seite auf immer riskantere Spielchen ein ...

Der französische Regisseur Jean-François Richet nahm sich nach seinem überzeugenden US-Debüt "Das Ende" mit diesem Werk gleich einen ganz harten Brocken vor: die Lebensgeschichte des charismatischen Oberschurken Jacques Mesrine (1936-1979). Richet legte sie gleich als Zweiteiler an und zeigt den Gangster als kompromisslosen Verbrecher ohne Moral. Dieser erste Teil beginnt mit der Exekution (Polizisten lauerten in einem Lastwagen Mesrine auf und erschiessen ihn ohne Vorwarnung). Mit Rückblenden, Split-Screening, aufregender Handkamera und packenden Kinobildern werden fortan Lebensstationen des späteren "Staatsfeindes Nummer Eins" in schnellem Temp nachgezeichnet, da Mesrine so intensiv lebte, dass dies sicher auch für fünf Leben gereicht hätte. Dem grandios aufspielenden Vincent Cassel in der Hauptrolle (er musste sich 22 Kilo für die Rolle anfuttern) gelingt dabei ein atemberaubendes Bravourstück zwischen Faszination und Ekel. Richet setzte aber nicht nur auf den starken Akteur, sondern orientierte sich in der Umsetzung etwa an Werken von Jean-Pierre Melville (in ruhigeren Momenten) und der Kraft eines Martin Scorsese (in der fulminanten Action). Im ersten Teil folgte der Regisseur weitestgehend der von Mesrine im Gefängnis verfassten Autobiografie "L'instinct de mort" und zeigt den Aufstieg zum skrupellosen Superverbrecher und Medienstar. Das Ergebnis: ein spektakuläres Meisterwerk! Ebenso gelungen ist die Fortsetzung "Public Enemy No. 1 - Todestrieb".

Foto: Senator