Nadia, eine 15-jährige kommunistische Aktivistin, Tochter polnischer Emigranten und glühende Verehrerin Stalins, trifft 1952 in Paris bei einer Demonstration den Fotografen Stéphane. Er ist der erste Nichtkommunist, den sie näher kennen lernt . Sie verliebt sich in den "Klassenfeind" und legt ihre Vorurteile seinem bürgerlichen Milieu gegenüber ab. Das bringt ihr jede Menge Probleme mit dem Vater, der Partei und ihren bisherigen Freunden ein. Als der ehemalige Geliebte ihrer Mutter aus der UdSSR zurückkehrt und die Wahrheit über seine Verbannung nach Sibirien und die Gefangenschaft in einem stalinistischen Gulag erzählt, gerät Nadias Vorstellung von der Welt ins Wanken...

Véra Belmont, seit 1965 Produzentin, führt nur selten Regie. Erst sieben Jahre nach ihrem ersten Spielfilm "Prisonniers de Mao", einer unpathetischen Geschichte um Umerziehungslager in der Volksrepublik China, realisierte sie die tragikomische Geschichte über das Erwachsenwerden. Trotz des großen Erfolgs des Films, der Züge ihrer eigenen Biographie trägt, dauerte es wieder sieben Jahre, bis sie 1990 "Geliebte Milena" über die Lebensgeschichte der tschechischen Journalistin und Kafka-Geliebten Milena Jesenska drehte. Der Originaltitel "Rouge Baiser" bezeichnet übrigens nicht nur "Rote Küsse", sondern ist auch der Name des ersten kussechten Lippenstifts, den Nadia benutzt. Ihre vorerst letzte Regiearbeit entstand 1996 mit "Marquise - Die Rolle ihres Lebens".