Der amerikanisch-russische Literat Vladimir Nabokov (1899-1977) gilt als einer der einflussreichsten Erzähler des 20. Jahrhunderts und wurde Mitte der Fünfzigerjahre mit seinem Roman "Lolita" - von Stanley Kubrick Lolita verfilmt - schlagartig weltberühmt und so wohlhabend, dass er 1961 mit seiner Frau in die Schweiz übersiedelte und bis zu seinem Tod im Montreux Palace Hotel am Genfersee lebte. Nur Nabokov-Spezialisten ist allerdings bekannt, dass er auch ein anerkannter Schmetterlingsforscher war.

Adolf-Grimme-Preisträger Harald Bergmann ("Brinkmanns Zorn", "Scardanelli") nähert sich dem legendären Schriftsteller in seinem Essay in einer ganz besonderen, nicht jedermann zugänglichen experimentellen Form. In einzelnen Episoden erzählt er vom Leben und Wirken des Literaten, der sich auch intensiv mit der Thematik "Zeit" auseinandersetzte, und nutzt dazu Zitate aus dem Nabokov-Roman "Ada oder das Verlangen" und der Autobiographie "Erinnerung, sprich". Gelesen werden diese von dem 1934 in Berlin geborenen Nabokov-Sohn Dmitri, der bis zu seinem Tod 2012 Nachlassverwalter des Vaters war. Garniert werden Nabokovs Zeit-Betrachtungen mit der Diskussion des französischen Philosophen Heinz Wismann und des deutschen Filmemachers Klaus Wiborny, die sich darüber steiten, ob überhaupt ein Film über Nabokov gedreht werden kann. Dies Frage sollte jeder Zuschauer für sich beantworten!



Foto: © Harald Bergmann Filmproduktion/NFP