Peter Frei ist ein ausgesprochener Workaholic, entsprechend erfolgreich läuft seine Messebaufirma. Weniger Erfolge hat er bei der Erziehung seiner jüngsten, 22-jährigen Tochter Silvia, die nach seiner Scheidung bei ihm blieb. Silvia, die auf eigenen Wunsch eine Ausbildung als Altenpflegerin angefangen hat, ist gerade dabei, auch diese wieder abzubrechen. Peter hat endgültig genug davon, dass seine Tochter nicht eine einzige Sache zu Ende bringt. In seiner Not geht er mit ihr eine Wette ein: Wenn er es schafft, neben seinem eigentlichen Beruf zwei Monate in ihrem Altenheim als Hilfspfleger zu arbeiten, macht sie ihre Ausbildung zu Ende. Doch so einfach, wie Peter sich die Arbeit vorgestellt hat, ist sie nicht. Nicht nur sein Zeitkonzept gerät völlig aus den Fugen; die Wochen im Altenheim verändern sein Leben ...

Gerade in jüngster Zeit werden immer wieder Missstände in Altenpflegeheimen publik, betroffene Bewohner, Pflegekräfte und Angehörige berichten zum Teil von menschenunwürdigen Zuständen. Regisseurin Sylvia Hoffmann ("Für immer und jetzt") gelang es mit dieser einfühlsam erzählten und durchweg stark gespielten Geschichte, diese Problematik eindrucksvoll einzufangen. Das hervorragende Drehbuch schrieb die 1962 in München geborene Ariela Bogenberger, die zuvor schon für die Vorlage von Rainer Kaufmanns außergewöhnliches Melodram "Marias letzte Reise" lieferte. Bogenberger weiß, wovon sie schreibt, denn während ihrer Schulzeit arbeitete sie ein Jahr als Krankenpflegerin.

Foto: HR/ARD