Kahro, der König von Hebalon, stirbt einen dramatischen Tod: Um der seit Generationen andauernden Fehde mit Hebalons Erzfeinden, dem Volk der Zenith, ein Ende zu setzen, nimmt er sich das Leben. Kahro hofft, dass sein Sohn Hal als nachfolgender König weiser und gütiger handeln wird. Doch durch eine Intrige seines Macht hungrigen Bruders Nezo wird dieser Plan vereitelt: Nezo und der skrupellose General Ghrak verbreiten die Lüge, der König sei von den Zenith ermordet worden. So macht sich Hal auf den Weg, um seinen Vater zu rächen ...

Anders Rønnow-Klarlund ("Besessen", "Ein Tag im Mai") drehte diesen ungewöhnlichen Marionettenfilm, der gleichzeitig ein Königsdrama um Tod, Verrat, Bruderzwist, Krieg und Intrigen ist. Bereits 1810 hatte der deutsche Dramatiker Heinrich von Kleist (1777-1811) in seinem berühmten Essay "Über das Marionettentheater" über die Schönheit von Marionetten philosophiert. So sei die Eleganz einer Marionette der eines Menschen besonders dadurch überlegen, dass sie - in die Luft befördert - nicht wie ein Kartoffelsack auf den Boden zurückfalle, sondern nur leicht mit den Füßen den Boden berühre, um sich dann wieder in die Lüfte tragen zu lassen. Kleist beschrieb diesen Umstand mit "grav" (der Mensch ist der Gravitation unterworfen) und "antigrav" (die Marionette ist der Gravitation nicht unterworfen). So wird auch in Rønnow-Klarlunds mehrfach preisgekrönter Regiearbeit die Erde von "antigraven" Marionetten bewohnt, deren Lebensfäden in den Himmel reichen, um dort im Verborgenen verbunden und kontrolliert zu werden.

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