Hans Christian Blech

Hans Christian Blech (l.) mit Bruno Ganz in
"Messer im Kopf" Vergrößern
Hans Christian Blech (l.) mit Bruno Ganz in "Messer im Kopf"
Hans Christian Blech
Geboren: 20.02.1915 in Darmstadt, Deutschland
Gestorben: 05.03.1993 in München, Deutschland

Er ist mittelgroß und sehr blond. Fritz Kortner sagt einmal von ihm: "Er ist blond und macht keinen Gebrauch davon." Der Satz hat Hans Christian Blech so gut gefallen, er hat das oft zitiert. Er hat helle Augen und ein von Falten und Narben geprägtes Gesicht. Der Krieg und ein Unfall haben hier Spuren hinterlassen. Man vergisst dieses Gesicht nicht und auch nicht den für ihn typischen nach vorne geneigten Gang, die Handbewegung mit der er die Haarsträhne aus dem Gesicht streicht. Er spricht nicht viel, hasst es, im Mittelpunkt zu stehen. Nur auf der Bühne oder vor der Kamera ist das anders.

Blech stammt aus Darmstadt, dort wächst er auf, geht zur Schule, später zur Schauspielschule des Landestheaters. Erstes Engagement in Kiel 1937, danach sieht man ihn in Freiburg und Leipzig. Er ist Soldat in Russland und gerät in britische Gefangenschaft. 1947 beginnt er an den Münchner Kammerspielen, dann an vielen bedeutenden deutschsprachigen Bühnen in Hamburg und Berlin, in Zürich, Frankfurt/Main, Stuttgart und Wien. Blech spielt die großen Rollen des klassischen und modernen Theaters, er arbeitet mit Erich Engel und Heinz Hilpert, Fritz Kortner, Hans Schweikart, Bertolt Brecht und anderen. Er ist mit Leib und Seele Bühnenschauspieler und das Theater betrachtet er stets als seine eigentliche künstlerische Heimat.

Aber er steht auch immer wieder vor der Kamera, seit ihn Emil Jannings 1939 für den Film "Der letzte Appell" entdeckt. Der Film bleibt unvollendet, doch Blech macht nach dem Kriegsdienst von 1940-45 weiter. Doch mit Zurückhaltung: er fürchtet die Diktatur der Filmtechnik. Trotz des Vorbehaltes, ist er in wichtigen Leinwandproduktionen dabei. Zudem spricht er Englisch und Französisch, arbeitet auch in Hollywood und Paris. Was ihn als Schauspieler interessiert? "Zwielichtige, hintergründige Gestalten, komplizierte Charaktere, Rollen, die stark engagieren und nie ohne Aussage bleiben, Rollen, die meinen ganzen Einsatz verlangen," erklärte er einmal in einem Interview. Er lehnte es ab, sich auf einen Typ festzulegen, über sich selbst erzählte er sehr ungern. Immerhin konnte man heraushören, dass er gerne reiste, ein begeisterter Schmalfilmprofi war und sich für naive Malerei interessierte, dass er eine beachtliche Hinterglas-Bilder-Sammlung besaß und dass er es genoss, wenn er in Spanien vor der Kamera stand. In Filmen wie "Der Übergang über den Ebro" (1970), Wim Wenders "Der scharlachrote Buchstabe" (1972), Zivojin Pavlovics "Auf Wiedersehn im nächsten Krieg" (1979).

In Wenders' Verfilmung der Nathaniel Hawthrone-Geschichte, die in Salem im 17. Jahrhundert angesiedelt ist, spielt er den Roger Chillingworth, der aus dem Krieg nach Hause kommt und damit konfrontiert wird, dass seine Frau Hester Prynne (Senta Berger) ein uneheliches Kind hat, aber den Namen des Vaters nicht preisgibt. Bei Pavlovic ist Blech der deutsche Soldat Bitter, der nach Jahren bei einem Stierkampf in Spanien den slovenischen Partisanen, seinen einstigen Gegner wieder trifft. Die beiden Männer sprechen über den Krieg, den der Partisan im Grunde geliebt hat, während der Deutsche meint, der Krieg sei eine hässliche Notwendigkeit gewesen und er spricht erschüttert davon, wie sie damals ein ganzes Dorf vernichten mussten. Eine solche Figur hat Blech auch schon 1961 in "Der längste Tag", 1968 in "Die Brücke von Remagen" gespielt, in Ken Annakins "Die letzte Schlacht" ist er 1965 der Soldat Conrad, der bedingungslos seine Pflicht erfüllt, für das Kriegsgeschehen und seine Folgen jedoch längst den Sinn verloren hat.

In Armeeuniform - aber ganz anders sieht man ihn in Armand Gattis "L'Enclos" (1961), wo er den geschundenen KZ-Häftling spielt und in Bernhard Wickis "Kennwort: Morituri" (1964), wo er den Widerstandskämpfer spielt. 1975 erhält er mit dem Gesamtensemble von Wim Wenders "Falsche Bewegung" den Bundesfilmpreis. Blech ist übrigens einer der wenigen etablierten Schauspieler, die beim jungen deutschen Film der Mittsechziger/Siebziger Jahre präsent war. Außer Wenders besetzte ihn Bernhard Sinkel im "Mädchenkrieg" (1977), Reinhard Hauff in "Messer im Kopf" (1978), Hans W. Geissendörfer in dem Fernsehfilm "Theodor Chindler" (1979) und in "Der Zauberberg" (1981). Sein Hofrat Behrens war neben Christoph Eichhorns Hans Castorp, Kurt Raabs Dr. Krokowski, Rod Steigers Peeperkorn und dem wunderbaren Charles Aznavour als Jesuit Naphta die Stütze eines schwierigen, schwergewichtigen Produktes.

Eine gar nicht so sympathische Figur war 1948 sein Mörder Karlheinz Gabler in Erich Engels "Affaire Blum", dem ersten vollendeten Film des Schauspielers. Und er ist der Attentäter in Helmut Käutners "Epilog" (1950), der Deserteur in Anatole Litvaks "Entscheidung im Morgengrauen" (1950), der Schleifer Platzek in Paul Mays Mehrteiler "08/15" nach Hans Helmut Kirsts gleichnamigen Bestseller (1954/55). Seine erste Fernsehrolle spielte Hans Christian Blech unter der Regie von Peter Beauvais im "Schinderhannes" nach Zuckmayer (1956).

Weiter Filme mit Hans Christian Blech: "Geständnis unter vier Augen", "Sauerbruch - Das war mein Leben" (beide 1954), "Das Erbe von Björndal" (1960), "Der Besuch" (1963), "Tatort - Frankfurter Gold" (1971), "Der Leuchtturm", "Geheimagenten" (beide 1972), "Das Fleisch der Orchidee", "Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen", "Gefährlich lebt sich's besser" (alle 1974), "Ansichten eines Clowns" (1975), "Collin" (1981), "Via Mala" (1983), "Oberst Redl" (1984), "Die letzte Rolle" (1985), "Bitte lasst die Blumen leben" (1986), "Das Milliardenspiel" (1988), "Der achte Tag", "Mit den Clowns kamen die Tränen" (beide 1990) und "Das große Fest" (1992).

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