Liza Minnelli

Liza May Minnelli
Geboren: 12.03.1946 in Hollywood, Los Angeles, USA

Wie ein böser Albtraum, in dem die Zeituhr unaufhörlich tickt, nimmt sich dieses seltsame Musical aus, das sich zu einem phantastisch-zynischen Genrebild der braunen Gefahr verdichtet. "Cabaret" (1972) spielt in Berlin: 1932 trifft ein britischer Student auf eine gemischte Gesellschaft: einen jungen Emporkömmling, eine jüdische Kaufmannstochter, einen ebenso feigen wie ehrgeizigen Knaben und den quirligen Bühnenstar Sally Bowles alias Liza Minnelli, die mit energisch lauter, schriller Stimme gegen die braunen Machthaber ansingt.

Hollywood, Ende der Vierzigerjahre: Liza Minnelli, das talentierte Kind, muss immer besser sein als die anderen, denn sie ist die Tochter der großen Sängerin und Schauspielerin Judy Garland, ihr Vater Vincente Minnelli hat mit "Ein Amerikaner in Paris" und "Gigi" die Geschichte des amerikanischen Filmmusicals entscheidend bereichert. Doch um den eigenen Platz an der Sonne hat sie nicht lange oder erbittert kämpfen müssen - wie das selbst erfahrene Chronisten immer wieder kolportieren - sie hat vom Start weg das Publikum erobert.

"In diesem Geschäft muss man jeden Tag siegen, wenn man oben bleiben will", sagt Liza, und sie hat gelernt, jeden Tag zu siegen. Sieht und hört man sie, wie sie mit wilden Armbewegungen ihre Songs in den Zuschauerraum schmettert, dann braucht man um ihr Image, ihre Star-Karriere keine Angst mehr haben. Was aber macht den Erfolg dieser kleinen, quirligen Person eigentlich aus? Sicher sind ihre Auftritte, auch wenn sie spontan wirken, bis ins letzte durchgeplant, genau kalkuliert. Doch sie singt nicht einfach vom Blatt, sie belebt die Bühne, ist ständig in Bewegung und auch emotional: das ist nicht Gesang, sondern gleichfalls Schauspiel, das ist nicht Akustik allein, sondern auch Gestik und Bewegung - vor allem aber Emotion.

"Laughing to Keep From Crying", Lachen, um den Schmerz zu verbergen - das ist ihre Devise, ihr Stil, ihre Qualität, und sie treibt das bis zur Grenze zum Exhibitionismus. Bei ihren Konzerten in Deutschland im November 1987 und Januar 1995 stellte sie ihre Wahnsinnskraft zur Schau - in sieben Jahren hat sie an Power und Stimme nichts verloren. Doch etwas anderes spürt man schmerzlich, wenn man ihr 90 Minuten lang aus einem riesigen Zuschauerraum zuhört und zusieht: Dieses Energiebündel ist zugleich auch Opfer unserer Zeit, Opfer des Jet-Set. Den Tanz ums Goldene Kalb macht sie mit. Bei ihrem Europatrip 1975 hatten die Veranstalter am Orchester gespart, hatten die Leute während des Auftritts noch eine halbe Stunde eintreten lassen - und etwas von dem Ausgeliefert sein konnte man durch die Perfektion der Veranstaltung hindurch erkennen. Liza Minnelli lässt sich von Managern vermarkten - und es ist nicht einmal sicher, dass ihr das bewusst ist.

Die kleine Liza Minnelli wächst auf in einer totalen Märchenwelt, immer ist sie als Kind zugleich Prinzessin und Aschenputtel. Bereits die Kindergeburtstage sind Jahrmärkte mit Feuerschluckern, Zauberkünstlern und Räuber- und Gendarm-Spiel in Western-Look. Elterliche Liebe, die Gute-Nacht-Geschichte, die zärtliche Zuwendung fehlen ihr meist. Einmal als kleines Mädchen lässt sie die ganze Trauer raus, als sie gemeinsam mit ihren Spielgefährten eine kleine Show unter dem Titel "Scheiß Hollywood" aufführt.

Als Teenager wechselt sie die Privatschulen, Städte, Hotels und Väter - vier an der Zahl. Und sie bringt ihre jüngeren Geschwister in die Schule. Dann irgendwann bricht sie aus, fliegt - ohne daß die Mutter es merkt - für einen Tag nach London. Und dann baut sie sich aus eigener Kraft die Karriere auf: Beim Vorsprechen und Vorsingen weiß niemand, wer ihre Eltern sind.

Und dann kommt die Star-Karriere. Schon mit 15 spielt sie eine richtige Bühnenrolle im "Tagebuch der Anne Frank" auf US-Tournee, 1962 beginnt sie das Schauspielstudium am Herbert-Berghof-Studio, ein Jahr später gibt sie bereits ihr Broadway-Debüt mit "Best Foot Forward", 1964 tritt sie gemeinsam mit ihrer Mutter Judy Garland im Londoner Palladium auf und produziert ihre erste Schallplatte. Für ihre Rolle im Musical "Flora, the Red Menace" erhält sie 1965 den Debütantenpreis. In Albert Finneys Regiedebüt "Ein erfolgreicher Blindgänger" (1968) spielt Liza ihre erste Kinorolle (ihren ersten Auftritt hatte sie allerdings schon 1949 mit drei Jahren in "Damals im Sommer" mit ihrer Mutter).

Bald ist "das Mädchen mit den Plattfüßen, der viel zu langen Nase und dem verbogenen Fahrgestell" (Selbsteinschätzungen von Liza) on the Top. Für die Rolle in Alan Pakulas "Pookie" (1969) erhält sie eine Oscar-Nominierung. Der Verband amerikanischer Varietékünstler wählt sie zum Showstar des Jahres 1968, Charles Aznavour nennt sie die "Super-Piaf", und für ihre Hauptrolle in Bob Fosses "Cabaret" (1972) erhält sie schließlich den Oscar, im gleichen Jahr einen Emmy Award für ihren TV-Hit "Liza With a Z".

1975 ist sie bei Stanley Donen in "Abenteurer auf der Lucky Lady" Partnerin von Gene Hackman und Burt Reynolds: als Barsängerin, die gemeinsam mit zwei Abenteurern mit waschechten Gangstern auf einem alten Kahn vor der amerikanischen Küste im Alkoholschmuggel konkurriert. Das Trio verdient sich eine goldene Nase, macht den Profis den Garaus und führt eine aufregende Ménage a trois - und das alles zur Zeit der Weltwirtschaftskrise und des Alkoholverbots in dem USA.

Doch anders als Billy Wilder in "Manche mögen's heiß" ist es Stanley Donen nicht so recht gelungen, aus dem schwachen Drehbuch von Willard Huyck und Gloria Katz etwas wirklich Originelles zu machen. Immerhin gelang es mit Hilfe des ausgezeichneten Kameramanns Geoffrey Unsworth die Atmosphäre der 30er Jahre stimmig einzufangen, und das turbulente Spiel von Liza Minnelli und Gene Hackman rettet immer wieder über Leerlauf hinweg. Vor allem erinnert Liza Minnelli in einigen geradezu clownesken Szenen an ihre Mutter Judy Garland, deren Phantasie, Verwandlungsfähigkeit und Ausdrucksvielfalt sie geerbt hat.

1976 spielt sie in "Nur eine Frage der Zeit", einem Film ihres Vaters Vincente. Eine verarmte römische Gräfin trichtert Hotel-Zimmermädchen ein, dass jeder alles erreichen kann, dass Star-Karrieren nur Fragen des Willens und der Zeit sind. Die Konfrontation zwischen Jung und Alt nutzt Regisseur Minnelli zu nostalgischen Erinnerungen an die gute, alte Zeit, als die Gräfin im Mittelpunkt der Gesellschaft stand. Trotz hervorragender Interpreten wie Ingrid Bergman, Charles Boyer und Liza Minnelli gelang es dem Regisseur nicht, an seine großen Filme anzuknüpfen. Nach der Premiere wurde der Film wegen totalen Misserfolges fast um die Hälfte gekürzt.

1977 sieht man sie an der Seite von Robert De Niro in "New York, New York" unter der Regie von Martin Scorsese. Siegestaumel auf dem Time Square in New York: Es ist 1945, die Jungs von der Front kommen nach Hause und stürzen sie sich in den Trubel und suchen - falls sie kein Zuhause haben - ein Mädchen. Für Jimmy (Robert De Niro) und Francine (Liza Minnelli) wird die Begegnung zum Schicksal: Nach ein paar sehr plumpen Annäherungsversuchen beißt sich der lockere Knabe bei der uniformierten Truppenbetreuerin fest und lässt einfach nicht locker.

De Niro und Minnelli spielen ein Künstlerpaar, das nach allerlei wüsten Streitereien zusammenfindet, eine Weile gemeinsam seinen Weg macht, um schließlich endgültig auseinanderzudriften. Die dramaturgische Kompromisslosigkeit, die grelle Atmospähre und die genaue Hintergrund-Schilderung addieren sich zu einem brillanten Film. Da gibt es Showszenen, die ihresgleichen suchen, und doch verliert sich Scorsese nie in Äußerlichkeiten, behält die Story im Auge, interessiert sich für das Schicksal seiner Helden. Ein Film über New York, über Amerika, über Amerikaner, über zwischenmenschliche Beziehungen und ihre Brutalität. Doch der hinreißende Film wird ein Flop.

1987 präsentiert Liza eine Fernsehdokumentation über ihren Vater, seit 1990 ist sie fast nur noch als Sängerin auf Tournee. Gemeinsam mit ihrer Halbschwester Lorna Luft (Jahrgang 1953) sieht man sie in der TV-Show zum 50. Jubiläum von "The Wizard of Oz - Das zauberhafte Land".

Nach dem Misserfolg von "New York, New York" werden ihre Filmangebote rarer, Liza Minnelli gerät in eine persönliche Krise. Sie spielt 1981 neben Dudley Moore noch in "Arthur - Kein Kind von Traurigkeit" und später noch in der Fortsetzung, 1984 in "Die Muppets erobern Manhattan" und moderiert 1985 - wie bereits 1974 mit "Das gibt's nie wieder" - ein neues Musical-Potpourri der MGM: "That's Dancing!". Doch zwischendurch hat sie Alkoholprobleme und 1984 lässt sie sich in die Betty-Ford-Klinik in Rancho, Kalifornien, einliefern - gemeinsam mit ihrem dritten Ehemann Mark Gero, wie es in einigen Quellen heißt. Als Liza 1987 in Deutschland auf Tournee ist, merkt man ihr nichts an.

1987 dreht sie mit Burt Reynolds den englisch-amerikanischen Film "Rent-a-Cop" unter der Regie von Jerry London. Ex-Polizist Tony Church ist mit dem Callgirl Della zusammen. Gemeinsam sind sie hinter Drogen-Dealern her. 1991 folgte der Film "Stepping Out" von Lewis Gilbert, der nach der deutschen Premiere beim Münchner Filmfest nur als Video herauskam. Der Film erzählt die Geschichte einer Steptanzschülerinnen- Truppe, die es nach mühsamen Proben endlich zu einem großen Auftritt bringt.

Ab und zu dreht Liza Minnelli noch mal einen Film, etwa "Parallel Lives" (1994) oder "West Side Waltz" (1995), aber ihre meiste Zeit verbringt sie als Sängerin in Konzertsälen, Nightclubs und Show-Programmen fürs Fernsehen. Eine kleinen Auftritt hatte sie zuletzt in der belanglosen Komödie "Sex and the City 2" (2010).

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