Nun soll es also Jürgen Klopp richten und den deutschen Fußball retten. Dass der neue Bundestrainer dabei weder sich selbst noch seine zukünftigen Schützlinge schonen wird, scheint festzustehen. Dass sich aber auch die Medienschaffenden warm anziehen müssen, hat seine eindrucksvolle Pressekonferenz gezeigt, in der sich „Kloppo“ direkt an die versammelten Journalisten wandte und sie vor allzu privater Berichterstattung warnte. Allen denjenigen, die sich mit Klopp und seiner Fußball-Philosophie bisher nicht so beschäftigt haben, sei Michael Horenis Biografie „Glaube, Liebe, Klopp“ empfohlen. Das Buch porträtiert Klopp nicht nur als charismatischen Trainer und Motivator, der mit seiner intensiven Spielphilosophie (Pressing und Gegenpressing) den modernen Fußball mitgeprägt hat. Es beleuchtet auch den Menschen: seine Herkunft, seine Karrierestationen, seine enge Verbundenheit mit Weggefährten und vor allem die zentrale Rolle seines christlichen Glaubens als persönliche Grundfeste und Stabilisator. Horeni zeichnet auf Basis intensiver Recherche und Gespräche nach, wie Klopp den Fußball und sich selbst immer wieder neu erfunden hat und warum er für viele Menschen zu einer Identifikationsfigur geworden ist.
„Glaube, Liebe, Klopp“
von Michael Horeni, C. Bertelsmann, 368 Seiten, 26 Euro
ISBN: 978-3-570-10539-9