Bei den aktuellen Temperaturen scheinen die vergangenen Sommermonate sehr weit weg. Doch für die Tierwelt hatte der Sommer 2016 teilweise weitreichende Folgen. Vor allem die ungewöhnliche Kombination von Hitze und Nässe ging nicht spurlos an der Natur vorbei. Durchschnittlich war es 0,7 Grad wärmer als in den Vorjahren, die Monate Mai und Juni jedoch wurden begleitet von schweren Unwettern und Dauerregen.
Für Mücken waren die feuchtwarmen Bedingungen das reinste Paradies. Ihnen standen zahlreiche Pfützen und gut gefüllte stehende Gewässer zur Eiablage zur Verfügung. Die Larvenbildung vieler Mückenarten wurde durch das Wetter ebenfalls begünstigt.
Probleme hatten dagegen andere Insekten mit dem Sommer 2016: Bienen und Wespen. Imker beklagen, dass der Bestand der Bienen zurückgegangen sei. Bei teilweise lange anhaltenden Regenphasen konnten die Tiere schlecht aus ihren Bienenstöcken ausfliegen. Somit sammelten sie weniger Pollen und kaum Nektar – viele verhungerten.
Naturforscher beobachteten bei Fledermäusen einen ähnlichen Effekt. Auch sie blieben bei Regen lieber in ihren Unterkünften. Die Folge auch hier: Die Tiere nahmen nicht ausreichend Nahrung auf.
 
Für gesunde Arten mit einer ausreichend großen Population sind kurzzeitige Wettersituationen wie im vergangenen Sommer nicht bedrohlich, selbst wenn überdurchschnittlich viele Tiere sterben. Für Arten, die allerdings bereits geschwächt sind, können die Konsequenzen weitreichend sein. Von der großen Hufeisennase-Fledermaus gibt es in Deutschland beispielsweise nur noch wenige Exemplare. Für die kleine Population könnte der Sommer lebensbedrohlich gewesen sein.