Als Berufspendler verbringe ich ein gerüttelt Maß meiner Zeit im Auto – und dabei ist mir in den vergangenen Jahren etwas aufgefallen: Will ich an einer Kreuzung geradeaus fahren, kommt es immer häufiger vor, dass entgegenkommende Fahrzeuge, die über meine Spur abbiegen wollen, nicht warten.

Manchmal aber werden sie von Fußgängern aufgehalten und dann stehen wir beide da, auf meiner Spur – und können nicht weiter. Es wäre nun ein Leichtes, von Verrohung zu sprechen und meine Beobachtung mit dem Verhalten vieler Menschen zu vergleichen, wenn im Supermarkt eine weitere Kasse geöffnet wird.

Doch erstens glaube ich nicht an Gesellschaftspessimismus und zweitens habe ich daraus mittlerweile etwas gelernt: Gelassenheit – statt Hupen, Kopfschütteln oder Fuchteln. Das Schöne daran? So kann ich die Reaktion meines Gegenübers wahrnehmen (meist ein verlegenes Lächeln) und die Fahrt nutzen: als kleine Achtsamkeitsübung.