Was macht man im Leben nicht alles auf den letzten Drücker. Blinker setzen und Spur wechseln, Geschenke kaufen, die Steuererklärung, kurz vor dem Urlaub abnehmen, lernen, beichten, versuchen noch Tickets für das Derby zu bekommen, Winterreifen aufziehen, Wochenendeinkäufe, das eigene Testament.
 
Da haben wir so viel Zeit – 24 Stunden jeden Tag, 365 Tage jedes Jahr (und alle Jubeljahre sogar einen Tag mehr) – und trotzdem lassen wir uns vom Alltag immer wieder die Pistole auf die Brust setzen. Und ausgerechnet dann, wenn wir mal Langeweile haben – oder Muße –, will uns partout keine dieser sonst so dringenden Sachen einfallen.
Im Laufsport gibt es für Menschen, die jeden Tag ohne Ausnahme laufen gehen, die Bezeichnung "Streaker". Doch ein solcher Streak, eine solche Serie, lässt sich auch auf den Alltag übertragen: warum nicht jeden Morgen oder jeden Abend etwas ganz bewusst und in Ruhe tun, was man bislang "auf den letzten Drücker" getan  hat? Vielleicht ist 2017 dafür ein guter Startschuss.