Wer Fußball spielt, will gewinnen – auf diese Formel lassen sich der Reiz, aber auch all die Auswüchse dieses Sports zurückführen. In Vollendung wird das jetzt wieder bei der WM zu sehen sein – leider. Es geht nämlich auch anders.

Beispiel Finnland: Wolfram Eilenberger, Philosoph und mit einer Finnin verheiratet, brachte das einmal treffend auf den Punkt: Die Finnen hegten eine liebevolle Haltung zum Verlieren, sie sähen es sogar als "normale und wünschenswerte Form ihrer Existenz an". Und gerade deshalb seien sie im Sport so gelassen, sie pflegten die Kunst der stillen Niederlage: "Ihr Singen ist ein Summen, ihr Jubeln eine Geste, ihr Siegen ein Versehen."

Kein Wunder, dass sich die finnischen Männer noch nie für eine EM oder WM qualifizieren konnten. Doch auch, wenn viele Spieler von dieser Gelassenheit noch einiges lernen könnten – man wünscht es ihnen auch gar nicht. Denn dafür müssten sie zu oft gewinnen. Und wer weiß, was das anrichten würde.