Selbst für viele Menschen, die dem Digitalen aufs Äußerste zugetan sind, hat der Anblick eines gut gefüllten Bücherregals etwas Magisches, steckt in ihm doch nicht nur die Arbeit von Autoren und Lektoren, sondern auch die von Setzern, Gestaltern, Buchbindern und vielen anderen Handwerkern.

Das unterscheidet – im Kern – das gedruckte Buch vom E-Book (dem wir uns in der kommenden Ausgabe widmen werden). Und: Das gut gefüllte Bücherregal oder – bei Menschen mit etwas mehr Geld und Platz – die Bücherwand lösen nach wie vor einen Reflex aus: "Hast du die wirklich alle gelesen?!"

Häufig lautet die Antwort "Nein", und noch häufiger ist die Antwort "Ja klar!" eine Flunkerei. Eine, die obendrein unnötig ist. Das Japanische kennt sogar einen Begriff für das Kaufen und Horten von mehr Büchern, als man lesen kann: "Tsundoku", ein klangvolles Kunstwort, das auch den Respekt vor dem handwerklichen Produkt enthält – und das flüsternde Versprechen, das da im Regal etwas auf einen wartet.