Warum überhaupt in den Urlaub fahren?

Nichts ist wie gewohnt, alles bleibt fremd, man sich selbst am meisten. Die Orte, die berühmten voran, sind  menschengeflutet. Wer könnte aufrichtig sagen, was er hier soll?

Die unerträgliche Leichtigkeit der Tage treibt zu Einkäufen, die man nicht wirklich nötig hat, zu Postkarten, die niemals abgeschickt werden.

Überall stinkt es nach Sonnencreme und Insektenschutz, alles spricht deutsch. Am Pool werden die Reize von Köln-Nippes und die Schönheit der Saale bei Leuna diskutiert. So wie das Wetter zuhause. Das Mittelmeer, wir erinnern uns nicht mehr, war der Ursprung des Abendlandes. Jetzt ist es ein Planschbecken der Nichtigkeiten.

Obwohl! Es gibt noch so viel zu besichtigen. Mit den ersten Blättern fallen die Namen von Restaurants, Domen und Ruinen.
Muss ich Versäumniszuschlag zahlen, wenn ich nicht alles schaffe? Ab wie viel gefahrenen Kilometern gilt ein Urlaub
als Urlaub?

Jeder kennt einen besseren, schnelleren Weg für die Heimfahrt, warum sind sie überhaupt erst gekommen?

Wegen alledem, schätze ich. Nächstes Jahr wieder.