Wer gerne shoppen geht, sollte regelmäßig den Besuch einer Mülldeponie wagen. Es ist ein Anblick, der schlagartig Wirkung zeigt – auch im Geldbeutel. In vielen Bereichen unseres Lebens ist es Usus geworden, kaputte Dinge wegzuwerfen – und in vielen Bereichen der Industrie ist es Usus geworden, Dinge so zu konstruieren, dass uns das logisch erscheint.
Das genaue Gegenteil davon versteckt sich in einem Konzept aus Japan: "Wabi-Sabi". Ursprünglich bedeutet es, sich elend, einsam und verloren zu fühlen, heute aber versteht man darunter die Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen. Was das mit Müll zu tun hat? Aus dem Wabi-Sabi hat sich auch "Kintsugi" entwickelt, eine Reparaturmethode für Keramik.
Geht ein Objekt zu Bruch, wird es geflickt – und zwar nicht mit schnödem Klebstoff, sondern mit einem speziellen Kitt, in den Gold-, Silberoder Platinpulver eingestreut wird. Die Reparatur wird so Teil der Geschichte, der Gegenstand aufgewertet – und der Makel ein Wert. Was für ein schöner Gedanke!