Die Annahme, Autoren würden heute noch vor einem leeren Blatt sitzen, wenn sie einen Text beginnen, ist natürlich Unsinn. Öffne ich beispielsweise die Vorlage für dieses Editorial, ist es bereits gut gefüllt.

"Dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr ...", steht dann da, was klingt wie Latein, aber bloß Nonsens ist. Dabei muss das nicht so sein. Englischsprachige Medien etwa sind uns deutlich voraus und füllen ihre Spalten mit so schönen Sätzen wie "The quick brown fox jumps over the lazy dog".

Doch auch deutsche Journalisten gehen mit Blindtext hin und wieder fantasievoll um, wie das Goldene Blatt 2016 bewies, als es Herbert Grönemeyer mit einem herzlichen "Lum zzriure magna faci tem ipiscilit acipsustrud" zum 60. gratulierte.

Zugegeben: Auch unser "Lorem ipsum" ließe sich noch aufwerten. Als "Bacon ipsum" etwa. Denn ganz ehrlich: Mit Köstlichkeiten wie "Corned beef pork belly sirloin" ließe sich durchaus ein ganzes Editorial füllen.