Die Debatte darum, was von Krankenkassen bezahlt werden soll und was nicht, ist nicht neu – doch in Kanada ist dafür jetzt die nächste Runde eingeläutet worden. Dort kann die Ärztevereinigung "Medecins francophones du Canada" (MdFC) ihren Patienten jetzt Museumsbesuche auf Rezept verschreiben – im "Montreal Museum of Fine Arts".

Ein solcher Ausflug könne etwa die Menge des Glückshormons Serotonin steigern, so MdFC-Vizepräsidentin Hélène Boyer, eine Familienmedizinerin. Das klingt plausibel – und tatsächlich hängen im MMFA Werke wie Monets "Klippen bei Pourville am Morgen", eine von Matisses Frauen am offenen Fenster oder Sisleys "Felder von Veneux-Nadon", die ganz sicher glücklich machen können.

Doch es gibt in einer solchen Sammlung natürlich auch Kunst, die erstaunt, verwundert, abschreckt – und die therapeutisch vielleicht nicht ganz so zielführend ist. Vom Museumspublikum ganz zu schweigen.