Je besser es uns geht, desto mehr nörgeln wir. Klingt paradox? Scheint aber wahr zu sein, wie ein Team um die Psychologen David Levari und Daniel Gilbert von der Universität Harvard gerade bestätigt hat – mit einer Studie, die es im Fachjournal Science veröffentlichte.

"Wenn Probleme seltener werden", so Gilbert, "betrachten wir automatisch mehr Umstände als problematisch." Es scheine so zu sein, dass sich der Fortschritt selbst verbirgt oder, überspitzt gesagt: Wird ein Problem gelöst, werden dadurch nur noch mehr neue identifiziert.

Der Philosoph Odo Marquard nennt dieses Phänomen das "Gesetz der zunehmenden Penetranz der negativen Reste". Marquard, dem wir auch so imposante Wortschöpfungen wie „Inkompetenzkompensationskompetenz“ verdanken, brachte damit ganz wunderbar auf den Punkt, wie lästig dieses Paradoxon ist – und welche Engstirnigkeit dahintersteckt. Sie haben ein Problem damit? Gut!