Das Ärgerliche an Fernsehserien ist ja, dass wir Gefühle entwickeln – für Charaktere. Auf der Stelle oder nach und nach, doch irgendwann fangen wir an, sie zu mögen. Ist es dann Zeit für einen Liebling, wieder auszusteigen, vielleicht sogar durch Serientod (Lindenstraße! Game of Thrones!), sticht es in unserem Fan-Herzen, als wäre ein Freund gegangen.

In dieser Woche also Matthias Brandt alias Hanns von Meuffels. Der wird von Regisseur Christian Petzold derart vehement aus dem Spiel genommen, dass Polizeiruf-Freunde körperliche Schmerzen empfinden dürften. Sicher: Er war launisch und hatte einen unmoralisch hohen Verschleiß an Zwischenmenschlichkeit, doch er hatte auch diesen Blick! Aus und vorbei.

Bloß: Bei Serienhelden ist es am Ende wie bei Politikern: Kleben sie zu lange an ihrer Rolle, ist das für das große Ganze auch nicht gut. Insofern möchte man Petzold zwar ohrfeigen für das, was er getan hat, das aber voller Dankbarkeit und Respekt.