Caesar glaubte, sie leben im Herkynischen Wald, Hildegard von Bingen war sicher, ihre Haut schütze vor Pest und Fieber – und beim "Familientreffen der weltweiten IT-Freaks", dem Hackerkongress des Chaos-Computer-Clubs, stand kürzlich eines auf der Bühne, aufblasbar und aus Plastik. Dabei, und darin stimmen fast alle Überlieferungen überein, lassen sich Einhörner gar nicht zähmen. Schon gar nicht von IT-Freaks.

Doch spätestens 2016 wurde das Einhorn zum wohl beliebtesten Tier überhaupt, es gab Einhorn-Pantoffeln, Bastelanleitungen für Klopapierrollen-Einhörner, Einhorn-Duschhauben, Regenbogen-Einhorn-Duschgel – und sogar eine limitierte "Einhorn-Schokolade", die in kürzester Zeit ausverkauft war.

Es war, das kann man sagen, ein Hype-Jahr für das Einhorn. Kein Wunder, steht es doch für so viel Gutes: Weisheit, Reinheit, Unschuld – und unsere Sehnsucht nach Phantasie. Und von alldem kann man ja wirklich nie genug haben, weshalb mehr denn je gilt: "Sei immer du selbst. Außer du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!"