In London wurde kürzlich das Skelett eines Dodos versteigert – des Vogels, den holländische Seefahrer im 16. Jahrhundert in seiner Heimat Mauritius bis auf das letzte Tier ausgerottet haben. Eine Sensation, denn vollständige Skelette dieser flugunfähigen Riesentaube sind äußerst selten, nur wenige Museen überhaupt besitzen ein solches Exponat. Kein Wunder also, dass der Londoner Dodo dem Auktionshaus die stolze Summe von rund 400.000 Euro eingebracht hat.
 
Beim Thema verschwundene Arten denkt so mancher aber nicht nur an Vögel, sondern auch an Riesen. An all die Firmen und Konzerne, die im Lauf der Zeit die technologische oder wirtschaftliche Entwicklung verschlafen haben und in der Bedeutungslosigkeit versunken – oder ausgestorben – sind. Viele ehemals sogar flugfähige Ideen also teilen das Schicksal mit dem bedauernswerten Dodo – mit einem entscheidenden Unterschied: Wenn es in der Welt des Geldes ans Aussterben geht, wird nicht mehr höchstbietend versteigert, sondern nur noch mitleidlos verscherbelt.