Nachdem der Schüler Joshua Arntzen 2016 auf der Konferenz re:publica unter dem Titel "Snapchat für Erwachsene" die Messaging-App erklärt hatte, schob er etwas in seinen Augen Wichtiges nach: "Benutzt es trotzdem bitte nicht", bat er. Snapchat, so klang durch, sei für die Jungen da, die Alten hätten ja schon Facebook gekapert und zugemüllt, das bei seiner Generation – auch deshalb – längst wieder out sei.

In einer Zeit, in der junge Jahrgänge kaum noch etwas haben, gegen das sie rebellieren (wollen), können soziale Netzwerke also auch ein Rückzugsort sein, um sich wenigstens abzugrenzen von den Alten. Gut, dass es Menschen wie Heiner Waldmann oder Karl-Heinz Böhm gibt. Beide, weit über 70, zocken regelmäßig Computerspiele, auch so eine Domäne vermeintlich jüngerer Generationen.

Doch: Die Altersgruppe 50 plus bei den Computerspielen wächst so stark wie keine andere. Und auf Snapchat? Findet man heute alle Altersklassen. Zum Glück. Wäre doch traurig, wenn die Digitalisierung ausgerechnet an so etwas wie Ignoranz scheiterte.