Ich weiß nicht mehr, in welcher Stadt es war, aber das erste Mal, dass ich an einem Fitness-Studio mit Schaufenster vorbeikam, war im Urlaub. Dahinter: schwitzende Menschen auf Fahrrädern oder Steppern, an Rudergeräten und Hantelbänken. Auffallend: Keiner blickte nach draußen, alle nach unten. Es war wie im Aquarium, bloß, dass es Fische kaum stört, von wildfremden Menschen angeglotzt zu werden.

Schon seltsam: Fit werden lag im Trend, aber dabei gesehen werden wollte niemand. Doch das ist vorbei. Vor allem jetzt im Sommer sind sie voll, die Parks und Wiesen – mit Yoga-Gruppen und „Bootcamps“, mit Menschen, die sich anbrüllen und anspornen. Noch eine Kniebeuge. Noch ein Liegestütz.

Der Erfinder der "Schweißtropfenbahn", des ersten Trimm-dich-Pfads in Münster, er wäre stolz auf diese Rückeroberung des öffentlichen Raums und ihre Vorteile: frische Luft, zu der schon unsere Mütter uns geraten haben. Und: die Begegnung mit Menschen. Denn selbst Fische wissen: Im Schwarm schwimmt es sich irgendwie netter als alleine.