Die meistgespielte Oper der Welt kommt als Musical nach Deutschland: "Carmen la Cubana". Mit karibischen Rhythmen, leidenschaftlichem Gesang und temperamentvollem Tanz.

Die Titelrolle spielt Luna Manzanares. In prisma spricht die 28-jährige Kubanerin über den legendären Carmen-Stoff und wie sie sich nach dem Schlussapplaus fühlt.

"Carmen la Cubana" ist das erste Musical aus Kuba. Wie fühlt sich das an?

Es ist für mich eine große Ehre, aber auch eine riesige Verantwortung. Diese neue Carmen liefert einen Querschnitt und ein Bild der Kultur Kubas samt seinen Tugenden. Es ist für mich sehr wichtig, dass das Publikum sieht, was Kuba hinter seinen Etiketten und Vorurteilen wirklich ausmacht. So ist das Musical für mich weitaus mehr als bloße Unterhaltung.

Was macht die Magie des Musicals aus?

Die Welt hat schon so viele Carmen-Inszenierungen gesehen, aber nie zuvor eine kubanische. Ich denke, ein Stück Carmen lebt in jeder Kubanerin, genauso wie die Lebensfreude, Kraft und Sinnlichkeit unserer Musik, die perfekt zu diesem Musical passen.

Was macht den Carmen-Stoff so populär?

Ich denke, das Gefühl von Freiheit, das Carmen verkörpert, die Magie und all die Rätsel, die diese Liebesgeschichte umgeben, wirken geradezu berauschend.

Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder?

Da habe ich viele. Ich bewundere zum Beispiel Barbra Streisand. Sie atmet ihre Kunst.

Die Sopranistin Maria Callas wurde in der Rolle der Carmen zur Legende. Hatten Sie keine Angst, in ihre Fußstapfen zu treten?

Ich bewundere sie sehr! Aber wir machen hier ja keine Oper, sondern ein Musical. Es ist zwar dieselbe Story, aber es sind unterschiedliche Sprachen und ein ganz anderes Genre.

Wie bereiten Sie sich Abend für Abend auf die Bühne vor?

Ich meditiere, singe mich ein, mache Dehnübungen und fokussiere mich auf den Auftritt. Und ich bin dann gerne alleine, um mich mit Energie aufzuladen.

Ist Carmen Ihre Traumrolle?

Carmen ist tatsächlich eine ganz besondere Rolle für mich. In mir stecken viele ihrer Eigenschaften, so als wäre Carmen ein Teil von mir. Deswegen ist es nicht schwer, dass aus Luna Manzanares die Carmen wird.

Das Publikum feiert Sie jeden Abend. Und nach dem letzten Vorhang ...

... kommt die Einsamkeit. Ich fühle mich schnell einsam. Aber das ist nicht schlimm. Die Einsamkeit schafft Raum zum Nachdenken.