"Es gabat a Leich", verkündet Miriam Stockl (Marisa Burger) – was folgt, zieht sich mal wieder in Spielfilmlänge. Denn die "Rosenheim-Cops", bei denen die Sekretärin des Kommissariats regelmäßig den Fund eines Mordopfers verkünden darf, ermitteln mit "Der Schein trügt" nach zwei vorhergehenden 90-Minütern in den Jahren 2003 und 2005 endlich wieder abendfüllend. Im Spielfilm sind alle gewohnten Charaktere der ZDF-Vorabendserie vertreten und bekommen Unterstützung von einigen Gästen. Im winterlichen Hotel Bergkamm wird die Leiche eines Juweliers gefunden, und die Rosenheimer Ermittler haben gleich eine ganze Handvoll Verdächtiger im Visier.

Der Juwelier hatte nämlich eine Affäre mit Elke Baum (Susu Padotzke), die nicht nur selbst tatverdächtig ist, sondern auch ihr Ehemann verhält sich seltsam. Außerdem hätten die Hotelchefin und eine Mitarbeiterin des Juweliers ein Motiv für einen Mord. Und auch der Skilehrer Alois Stockhammer (Michael Menzel) gerät ins Visier der Ermittlungen. Es wird immer verzwickter, als die "Cops" feststellen, dass der Ermordete auch noch 85.000 Euro bei sich hatte, die verschwunden sind.

Im Dienst sind wie üblich Korbinian Hofer (Joseph Hannesschläger) und Sven Hansen (Igor Jeftic), doch auch der Kommissar der Kripo Passau, der ansonsten nur in Rosenheim aushilft, Anton Stadler (Dieter Fischer), wird – dieses Mal samt Ehefrau Hilde (Isabel Mergl) – auf den Plan treten, denn er ist zufällig Gast im Hotel.

Publikumslieblinge kommen nicht zu kurz

Gedreht wurde in Sankt Johann im Pongau in Österreich. In bewährter Manier! Jeftic: "Wir widmen uns mit dem nötigen Ernst dem Fall, aber zwischen Joseph und mir gibt es den gewöhnlichen lustigen Schlagabtausch." Auch die Publikumslieblinge Stockl und Michael Moor (Max Müller) kommen nicht zu kurz: Die beliebte Sekretärin verliebt sich in dem Krimi in den Geigenvirtuosen Maximilian Kranich (Andreas Kiendl).

Regisseur Jörg Schneider nutzt die ungewohnte winterliche Kulisse und schickt seine Schützlinge auch auf Skiern über die Piste. Herrliche Landschaftsaufnahmen sind ein Markenzeichen des bayerischen Krimis, und sie sind auch in dieser austriakischen Langversion ein maßgebliches Element. Das Buch von Julie Fellmann birgt einen gut aufgebauten Spannungsbogen, und die Fans dürften sich freuen, dass die ZDF-Ermittler auch mal einen "großen" Fall übernehmen.

Vor allem Dieter Fischer und Isabel Mergl ergänzen sich zu einem humorvollen und liebenswürdigen Team, über das durchaus geschmunzelt werden darf. Einen 90-Minüter hat sich die Serie allemal verdient, hielten sich die ersten acht Folgen der aktuellen 17. Staffel, die seit September laufen, doch konstant über vier Millionen Zuschauern. Noch mehr abendfüllende Rosenheim-Krimis sind nicht ausgeschlossen, oder wie es Joseph Hannesschläger unnachahmlich trocken formuliert: "Verkehrt wäre es nicht!"


Quelle: teleschau – der Mediendienst