Fußball ist ein Jungs-Sport und Mädchen sollten lieber Ballett tanzen? In der VOX-Sendung "Ewige Helden" erzählte die zweimalige Europameisterin Celia Sasic am Dienstag, welche Hürden sie für ihren Sport überwinden musste. Dass es sich gelohnt hat, weiß heute jedes Kind: Sasic ist eine der berühmtesten Fußballerinnen des Landes und blickt auf eine einzigartige Karriere zurück. Doch sie hat ihre Karriere auch zugunsten einer anderen Leidenschaft aufgegeben: Ihrer Familie. Ihre kleine Tochter Mila ist es heute, der die Sportlerin ihre ganze Aufmerksamkeit schenkt.

Célia Sasic lieferte die wohl süßeste Geschichte über den Beginn ihrer Karriere, die jemals bei den "Ewigen Helden" erzählt wurde: Gerade einmal vier Jahre alt ist sie, als sie bei den Fußballspielen ihres drei Jahre älteren Bruders zuschaut. Immer, wenn der Ball an den Spielfeldrand rollt, soll die kleine Célia ihn zu den Jungs aufs Spielfeld zurückspielen. Doch das Mädchen weint so lange, bis man ihr den Ball wieder zurückgibt. Schon mit vier Jahren weiß die spätere Nationalspielerin, was sie will.

Die junge Sasic spielt in Jungen-Mannschaften

Auch ihr Vater merkt das. Eigentlich haben die Eltern für ihre Tochter nicht vorgesehen, dass sie Fußball spielt. Grinsend erzählt die heute 29-Jährige ihren Konkurrenten bei "Ewige Helden", dass ihr ihre Eltern zu Weihnachten eine Puppe schenkten und sich wünschten, dass sie Ballett tanzt oder ein Musikinstrument lernt. Doch Sasic weiß mit der Puppe nichts anzufangen und will auch nicht tanzen. Sie will Fußball spielen – und setzt sich durch. Bereits mit vier Jahren beginnt sie zu trainieren. "Das ist das jüngste Alter, mit dem man anfangen könnte", erinnert die Fußballerin sich heute. Es gibt nur ein Problem: Es gibt im Umkreis gar keine Mädchen-Mannschaften für ihre Altersgruppe.

Also spielt die kleine Célia einfach in den Jungen-Mannschaften. "Irgendwann ist gar nicht mehr so sehr aufgefallen, dass ich ein Mädchen war", erinnert sich Sasic, denn sie trug die Haare zu der Zeit kurz. Sasic hat früh Erfolg. Mit nur 16 Jahren gibt sie ihr Debüt in der Bundesliga mit dem SC 07 Bad Neuenahr, dem sie zehn Jahre lang treu bleiben wird. Als Sasic Teil der U17-Nationalmannschaft wird, kommt die nächste Hürde auf sie zu. Die 16-Jährige besitzt keinen deutschen Pass. "Mir war gar nicht bewusst, dass ich eigentlich Französin bin", lacht Sasic heute. Ihre Mutter ist Französin, ihr Vater stammt aus Kamerun. Für Sasic' interantionale Karriere müssen die Eltern ebenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. In einem alten TV-Ausschnitt aus dieser Zeit hört man ihren Vater amüsiert sagen: "Wenn sie etwas will, dann muss das sofort passieren." Die junge Frau ist zielstrebig.

Es folgt eine steile Karriere. Sasic spielt in der U17-Nationalmannschaft und holt anschließend bereits mit 16 Jahren in der U19 bei der WM in Thailand den Sieg. Sie ist immer noch nur 16 Jahre alt, als sie für die Fußballnationalmannschaft der Frauen nominiert wird. Sie darf jetzt bei den Großen mitspielen. Und muss als Jüngste die Tore tragen und den anderen Spielerinnen hinterher räumen. "So ist das halt, wenn man die Jüngste ist", erinnert sie sich. Sasic wird zweimal Europameisterin und gewinnt mit ihrem zweiten Verein, dem 1. FFC Frankfurt, 2015 die Champions League.

Familie geht über die Karriere?

Doch Sasic beendet ihre Karriere mit nur 27 Jahren. Ihren Konkurrenten bei "Ewige Helden" erzählt sie, warum: "Mir war immer klar, dass ich eine Familie möchte." Sasic wägt ab: Sie möchte für ihre Kinder da sein und ihren Mann nicht nur am Wochenende sehen. Mit einer Fußballerinnen-Karriere passt das in Sasic' Augen nicht mehr zusammen. Sie beendet ihre Karriere 2015. 2016 kommt ihre kleine Tochter Mila zur Welt. Sasic sieht glücklich aus, als sie erzählt: "Es war an der Zeit, einen Cut zu machen."

Auf eine beachtliche Karriere kann sie dennoch zurückblicken. Und in der VOX-Show nun beweisen, dass immer noch eine Kämpferin in ihr steckt. In ihrer Heimspielwoche holte sie zwar nicht den Wochensieg und rangiert in der Gesamtwertung auf dem sechsten Platz, doch sechs Wettkampfwochen stehen noch aus bis zum großen Finale. Das bleibt trotz all der starken Teilnehmerinnen nach derzeitigem Stand eine reine Männersache. Philipp Boy hält sich mit insgesamt 114 Punkten auf dem ersten Platz, Sascha Klein mit 101 Punkten und Moritz Fürste mit 100 Punkten folgen auf Platz zwei und drei und würden sich damit ebenfalls fürs Finale qualifizieren.