Neun Alben, 32 Singles und ein Echo: Der 43-jährige Mark Schlumberger hat sich längst eine beachtliche Karriere als Reggae-Musiker aufgebaut. Deshalb haben sich mit Sicherheit nicht wenige Zuschauer von „The Voice of Germany“ am Sonntagabend verwirrt am Kopf gekratzt. Peter Fox und Culcha Candela machen da ja auch nicht mit. The Voice ist schließlich so konzipiert, dass talentierte Hobby-Sänger und professionelle Künstler, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, ein Sprungbrett bekommen und von der riesigen TV-Industrie gepusht werden. Aber Mark Schlumberger möchte offensichtlich auch gepusht werden. Luft nach oben ist ja immer.

Unter seinem Künstlernamen „Mellow Mark“ wurde Schlumberger in den 2000er-Jahren unter anderem durch seine Single „Revolution“ bekannt, für die er den Newcomer-Echopreis erhielt. Er ging mit bekannten Musikern wie Gentleman auf Tour. Erst im Juni dieses Jahres erschien sein neues Album „Nomade“. Was will man mehr? Bei „The Voice of Germany“ performte der erfahrene Musiker als „One Man-Band“ mit Schlagzeug und Gitarre den Song „Rückenwind“ vom Fanta Vier-Mitglied Thomas D.

Mellow Mark kennt die Fantas auch privat

Die Masche zog: Samu Haber guckte irritiert, aber alle übrigen Juroren drückten beherzt auf den Buzzer. Glück gehabt. Man stelle sich einmal vor, ein Profi wie Jan Delay steht auf der Bühne und keiner drückt den Buzzer. Eben. Als Coaches wählte Mark Schlumberger Michi und Smudo von den Fanta Vier. Die kannte er von gemeinsamen Partys auch schon persönlich. Was die beiden Mellow Mark noch beibringen können, bleibt abzuwarten.

Für die meisten der übrigen Kandidaten, die im vierten Teil der Blind Auditions ihr Glück versuchten, war es hingegen das erste Mal auf einer großen Bühne. Für den erst 17-jährigen Gregor Hägele zum Beispiel, der noch in die 11. Klasse geht und gegen die Aufregung lieber während des Singens die Augen zu machte. Samu, der als einziger nicht auf den Buzzer drückte, schimpfte, als sein Stuhl sich umdrehte: „Ich beiße mich in meinen nicht so haarigen Arsch, weil ich sehe, wie jung und hübsch du bist“.

Yvonne Catterfeld ist die Gewinnerin des Abends

So richtig Erfolg hatte am Sonntag aber vor allem die Jurorin Yvonne Catterfeld. Gleich vier Sänger überzeugte sie davon, sich ihrem Team anzuschließen: Neben Gregor Hägele den 19-jährigen Johannes Pinter aus Österreich, den Gospel-affinen Sebastián Millepied und die Österreicherin Patrizia Gasser. Patrizia betonte derweil mehrmals, wie süß sie Samu Haber findet. Auch auf Twitter überschlugen sich wieder die schwärmerischen Kommentare in Richtung des Sunrise Avenue-Sängers. Den Sex-Appeal der Show trägt eindeutig er.

Geholfen hat Samu Habers Beliebtheit ihm am Sonntag ausnahmsweise wenig: Der Finne gewann diesmal nur eine Sängerin für sein Team. Mary-Anne Bröllochs ist dafür eine echte Rampensau. Und kennt Yvonne Catterfeld bereits aus Kindertagen: Denn ihr Vater dreht Musikvideos und so war sie es, die für das Video zu Catterfelds Hit „Für Dich“ einst den Rollrasen auslegte. Dem Team der Fantas schlossen sich am Sonntagabend zwei Sänger an. Mark Forster ging hingegen leer aus. Am Donnerstag um 20.15 Uhr auf ProSieben muss er sich sputen. Denn in seinem Team sind bislang erst fünf Sänger.