25. Jahrestag

25 Jahre nach 9/11: Diese Dokus gibt es zu dem Tag, der die Welt veränderte

10.09.2026, 13.36 Uhr
25 Jahre nach 9/11 erinnern Dokumentationen an den Terroranschlag. Die Beiträge zeigen, was am 11. September geschah und welche Folgen bis heute weltweit geblieben sind.
"Tribute In Light" erhellt den Himmel über New York zum 25. Jahrestag der Terroranschläge von 9/11. Zwei blaue Lichtkegel leuchten von Ground Zero hoch hinaus.
Die blauen Lichtkegel des "Tribute In Light" ragen vom 9/11-Denkmal hoch hinauf in den Himmel über New York. Die Zwillingslichter stehen für die Zwillingstürme des World Trade Centers, die am 9. September 2001 Ziel des Terroranschlags waren.  Fotoquelle: picture alliance / Pacific Press | Lev Radin

Der 11. September 2001 ist 25 Jahre später nicht nur ein Datum in den Geschichtsbüchern. Die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon veränderten die internationale Politik, die komplette Sicherheitsarchitektur und das Leben unzähliger Menschen maßgeblich. Zum 25. Jahrestag widmen sich deutsche und internationale Sender in einer umfangreichen Programmoffensive den damaligen Ereignissen und ihren Folgen.

ARD, ZDF, ZDFinfo, 3sat und ORF greifen unterschiedliche Aspekte auf. Streamingdienste wie Netflix und Disney+ ergänzen das Angebot mit internationalen Produktionen. Die Bandbreite reicht von der Präsentation persönlicher Erinnerungen und bislang wenig bekannter Schicksale über Geheimdienstoperationen bis hin zu den politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen des "Kriegs gegen den Terror".

"September" im Ersten: New York vor und nach 9/11

Eine der zentralen Produktionen zum Jahrestag ist die WDR-Dokumentation "September". Das 90-minütige Werk von Johan von Mirbach (47) läuft am 11. September 2026 um 20:15 Uhr im Ersten und ist bereits seit dem 1. September in der ARD-Mediathek verfügbar.

Die Dokumentation beschreibt zwei parallele Entwicklungen. Einerseits den letzten unbeschwerten Sommer des Jahres 2001 in New York und andererseits die generalstabsmäßigen Vorbereitungen der 19 Attentäter. Fashion Week, US Open und der Alltag junger New Yorker stehen den Vorbereitungen des späteren Anschlags gegenüber. Persönliche Erinnerungen, Archivmaterial sowie Aussagen aus Politik, Medien und Sicherheitsbehörden zeichnen nach, wie aus einem Terroranschlag ein weltpolitischer Einschnitt wurde.

Für Zuschauer, die sich dem Thema über persönliche Erinnerungen nähern möchten, gehört "September" ohne Zweifel zu den empfehlenswerten Produktionen. Die unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen den Unterschied zwischen dem Alltag vor dem Anschlag und der geopolitischen Entwicklung danach.

ARD und ZDF senden live zum 25. Jahrestag

Am 11. September 2026 dominiert der Jahrestag das aktuelle Fernsehprogramm. Das Erste sendet von 18:50 bis 20:00 Uhr die Live-Sondersendung "Der Tag, der die Welt veränderte – 25 Jahre nach 9/11". Ellen Ehni (53) spricht mit Überlebenden, Angehörigen und Experten. Im Mittelpunkt stehen neben dem Gedenken der Opfer die außen- und sicherheitspolitischen Folgen sowie die Frage, welchen Einfluss 9/11 bis heute auf die internationale Ordnung hat.

Das ZDF folgt um 19:25 Uhr mit "ZDF spezial: 11. September – Der Tag, der die Welt veränderte". Shakuntala Banerjee (53) moderiert live aus New York, oberhalb von Ground Zero. Die Sendung befasst sich unter anderem mit der Bilanz des "Kampfs gegen den Terror", dem Umgang mit den Anschlägen in der aktuellen Politik und dem Leben der Opfer und deren Angehörigen 25 Jahre danach.

Mit ihren Beiträgen richten beide Sender den Blick nicht nur zurück. Die aktuellen Sendungen sollen auch vermitteln, welche politischen Konsequenzen bis 2026 aus den Anschlägen hervorgegangen sind.

"9/11 – Der lange Schatten des Terrors" untersucht die Folgen

Wer mehr über die langfristigen Folgen erfahren möchte, findet bei ZDFinfo einen dreiteiligen Schwerpunkt. "9/11 – Der lange Schatten des Terrors" beschäftigt sich mit Hass, Verschwörungstheorien, Folter, Drohnenkrieg, Guantánamo, gesellschaftlicher Spaltung, Radikalisierung und natürlich dem Rechtspopulismus.

Die Reihe verbindet dokumentarische Bilder mit Graphic-Novel-Sequenzen, die teilweise mithilfe von KI umgesetzt wurden. Die Darstellung persönlicher Schicksale dient dabei als Einstieg in weitreichende politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

Der dreiteilige Beitrag lief bei ZDFinfo am 4. September 2026. Eine weitere lange Nacht im ZDF ist für den 9. und 10. September vorgesehen. Wer verstehen möchte, wie aus den Reaktionen auf 9/11 langfristige politische und gesellschaftliche Konflikte entstanden, findet hier im Rahmen des Jubiläumsprogramms eine umfangreiche Analyse.

ZDF-Dokudrama erzählt vom Schicksal deutscher Geiseln

Einen weniger bekannten Aspekt der Geschichte greift "9/11 – Die Geiseln des Terrors" auf. Das zweiteilige ZDF-Dokudrama erzählt von acht deutschen Entwicklungshelfern und 16 Ortskräften der Hilfsorganisation "Shelter Now International". Sie wurden fünf Wochen vor den Anschlägen in Afghanistan gefangen genommen und verbrachten 105 Tage in Haft.

Durch die Anschläge veränderte sich das geopolitische Gefüge dramatisch. Die drohende militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und den Taliban verschärfte die Lage der Gefangenen erheblich. Interviews, Zeitzeugenberichte und Spielszenen verbinden die persönlichen Geschichten der Geiseln mit den internationalen Bemühungen um ihre Freilassung.

Die Produktion richtet sich an Zuschauer, die nicht ausschließlich auf den Anschlag an sich schauen möchten, sondern auf Menschen, deren Schicksal durch die politischen Folgen von 9/11 eine unerwartete Wendung nahm.

ORF zeigt die CIA nach 9/11

Mit "CIA: Im Schatten von 9/11" setzt der ORF seinen Schwerpunkt auf die Arbeit der Geheimdienste. Die dreiteilige Reihe beschreibt, wie sich die CIA nach den Anschlägen ausgehend von einer nachrichtendienstlichen Behörde zu einer paramilitärischen Einheit umgebaut wurde.

Berichte ehemaliger Agenten, Offiziere, Analysten und Direktoren bilden die Grundlage für die Rekonstruktion verdeckter Operationen. Der Zeitstrahl reicht von der Afghanistan-Invasion 2001 über die Tötung Osama Bin Ladens († 54) 2011 bis zum Aufstieg des IS 2014 und den daraus resultierenden, dramatischen Entwicklungen im Nahen Osten.

Wer sich für die Seite der Geheimdienste des "War on Terror" interessiert, findet hier eine von den personenbezogenen Dokumentationen abweichende Perspektive.

Netflix blickt auf Afghanistan, Irak und den "Krieg gegen den Terror"

Auch Netflix nimmt sich mit "Wendepunkt: 9/11 und der Krieg gegen den Terror" der internationalen Folgen an. Die fünfteilige Reihe ordnet die Entwicklung von al-Qaida ein, rekonstruiert den Tag der Anschläge und verfolgt die Auswirkungen auf Afghanistan, den Irak und die internationale Sicherheitspolitik bis zum Abzug der US-Truppen aus Afghanistan im Jahr 2021.

Regierungsmitglieder, Journalisten und Experten kommen hier zu Wort. Dadurch entsteht eine politische Langzeitbetrachtung, die 9/11 nicht als isoliertes Ereignis behandelt, sondern als Ausgangspunkt einer über zwei Jahrzehnte andauernden Entwicklung.

Disney+ erzählt 9/11 aus der Sicht von Überlebenden

Eine deutlich persönlichere Perspektive bietet "9/11: One Day in America" bei Disney+. Die sechsteilige Produktion konzentriert sich auf Augenzeugen, Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Überlebende. In Zusammenarbeit mit dem "National September 11 Memorial & Museum" wurde bisher unveröffentlichtes Material verwendet.

Ähnlich nah am Geschehen bleibt "9/11 – 102 Minuten im World Trade Center" von History Channel und Sky. Die Produktion rekonstruiert den Überlebenskampf in den Türmen nahezu in Echtzeit und richtet den Blick auf Beschäftigte und Rettungskräfte. Evakuierung, Einsatzabläufe und persönliche Überlebensgeschichten stehen hier im Mittelpunkt.

3sat fragt nach den Folgen von 9/11 für Menschen und Gesellschaft

Auch die Wissenschaft erhält im Jubiläumsprogramm ihren Raum. "NANO: Die Wissenschaft zu 9/11" beschäftigt sich mit psychologischen, rechtspsychologischen und sicherheitswissenschaftlichen Fragen. Im Mittelpunkt stehen langfristige Folgen und die Mechanismen, durch die sich gängige Verschwörungsnarrative verbreiten konnten.

Für diejenigen, die weniger an der Rekonstruktion des Anschlags und stärker an den Folgen für Wahrnehmung, Erinnerung und Gesellschaft interessiert sind, setzt die Sendung einen sehenswerten Akzent.

Ein Podcast widmet sich der Saudi-Connection

Auch abseits des Fernsehens wird 9/11 zum Gegenstand investigativer Recherche. Der fünfteilige ARD-Sounds-Podcast "Staatsgeheimnis 9/11 – Die Saudi-Connection" untersucht die mögliche Rolle Saudi-Arabiens bezüglich der Terroranschläge.

Im Mittelpunkt steht Omar Al-Bayoumi (67) und die Frage, ob er von der saudischen Regierung beauftragt worden sein könnte, einige der späteren Attentäter zu unterstützen. Für die Recherche wurden unter anderem FBI-Ermittler, Juristen und Angehörige von Opfern befragt.

25 Jahre nach 9/11 – Betrachtung von mehreren Seiten

Das Programm zum 25. Jahrestag von 9/11 reicht zweifellos weit über die reine Rekonstruktion des Anschlagstags hinaus. Die Produktionen erzählen von Überlebenden und Angehörigen, untersuchen politische Entscheidungen und Geheimdienstoperationen und fragen nach den Spuren, die der 11. September in Gesellschaft und internationaler Politik hinterlassen hat.

Wer sich dem Thema 2026 noch einmal nähern möchte, kann damit zwischen persönlicher Erinnerung, historischer Einordnung, politischer Analyse und wissenschaftlicher Betrachtung wählen.

Kurzübersicht der wichtigsten Beiträge zum 25. Jahrestag von 9/11

ARD / Das Erste

"September" (WDR-Produktion)
Sendetermin: Freitag, 11.09.2026, 20:15–21:45 Uhr und seit 01.09.2026 in der ARD-Mediathek
Sondersendung "Der Tag, der die Welt veränderte – 25 Jahre nach 9/11"
Sendetermin: Freitag, 11.09.2026, 18:50–20:00 Uhr
Podcast "Staatsgeheimnis 9/11 – Die Saudi-Connection"
Seit 08.09.2026 auf Podcast-Plattformen; in ARD Sounds im Feed "Dark Matters"

ZDF / ZDFinfo / 3sat

"ZDF spezial: 11. September – Der Tag, der die Welt veränderte"
Sendetermin: Freitag, 11.09.2026, 19:25–20:15 Uhr, live aus New York
"9/11 – Die Geiseln des Terrors" (2‑tlg. Dokudrama)
Sendetermin: Mittwoch, 09.09.2026, 1:00–2:30 Uhr
"Terra X History: 9/11 – Terror, Trauma, Zeitenwende"
Seit 05.09.2026 in der ZDF-Mediathek
"9/11 – Der lange Schatten des Terrors" (3‑teilige Dokureihe)
Sendetermin: 09./10.11.2026, 2:30–4:45 Uhr
"NANO: Die Wissenschaft zu 9/11" (3sat)
Sendetermin: Mittwoch, 09.09.2026, 18:30 Uhr

ORF (Österreich)

"Universum History: 9/11 – Der Tag, der die Welt veränderte" (ORF 2)
Sendetermine im Kontext des Programmschwerpunktes (genaue Uhrzeiten je nach Programmplanung)
"kreuz & quer: Generation 9/11" (ORF 2)
Sendetermine im Kontext des Programmschwerpunktes (genaue Uhrzeiten je nach Programmplanung)
"CIA: Im Schatten von 9/11" (3 tlg., ORF 3)
Sendetermin: 12.09.2026, 01:35 Uhr und 03:10 Uhr

Streamingdienste

"Wendepunkt 9/11 und der Krieg gegen den Terror"
Verfügbarkeit: Netflix, 5 tlg.
"9/11: One Day in America"
Verfügbarkeit: Disney+, 6 tlg., auch im Kontext von Disney/ABC/National Geographic-Programmen zum 25. Jahrestag
"9/11: Wiedersehen nach der Katastrophe" ("9/11 Reunited")
Anbieter: National Geographic, 3‑teilige Serie
Laufzeit: August/September 2026, wöchentlich mittwochs, 21:00 Uhr – parallele Specials bei ABC/National Geographic sowie auf Disney+/Hulu.
"9/11 – 102 Minuten im World Trade Center"
Verfügbarkeit: History Channel / Sky, 11.09.2026, 20:15–22:05 Uhr sowie auf Abruf

Relevante Themen dieses Artikels

Das könnte dich auch interessieren