"Die Verräter" Staffel 4: Wie schlecht stehen die Chancen der Loyalen?
Drei Folgen sind rum, und die Bilanz ist ziemlich eindeutig: Bisher hat es ausnahmslos Loyale erwischt. Alexa Maria Surholt, Joelina Drews und Tine Wittler – alle "ermordet". Ania Niedieck, Marcel Nguyen und Hardy Krüger, von den eigenen Leuten am Runden Tisch beschuldigt und rausgewählt. Max Kruse, Marijke Amado, Ralph Morgenstern? Das Verräter-Trio sitzt immer noch vollständig da.
Rechnerisch heißt das: neun zu drei für die Loyalen. Klingt erstmal noch gar nicht so schlecht – ist es aber: Noch eine Runde mit falscher Verbannung und einem Mord obendrauf, und plötzlich steht's sieben zu drei. Wenigstens das bleibt ihnen erstmal erspart: Nach Folge drei gibt's keinen weiteren Mord, weil Nina Meise und Ralph sich bei ihrer Mission für die Verbannung entschieden hatten.
Staffel drei lässt grüßen, und das ist kein gutes Zeichen
Man kommt am Vergleich einfach nicht vorbei. Auch damals, in Staffel drei, waren nach zwei Folgen vier Loyale weg, ohne dass auch nur ein Verräter aufgeflogen wäre. Diesmal hatten die Loyalen eigentlich bessere Karten – zwei Kandidaten mehr, nur drei statt vier Verräter. Nach Folge drei ist von diesem Polster aber schon einiges weg.
Immerhin, ganz so schlimm wie damals ist es nicht. Neun zu drei ist besser als das, was Staffel drei zu bieten hatte. Dort dauerte es bis Folge vier, bis überhaupt mal ein Verräter dran glauben musste, Wayne Carpendale erwischte es. Danach ging's aber genauso weiter wie zuvor: nur Loyale. Wenig überraschend gewann am Ende das Verräter-Trio: Motsi Mabuse, Mirja du Mont und Charlotte Würdig.
"Die Verräter": Nicht mehr nur Max macht Fehler
Lange war Max Kruse der Einzige mit wackligen Momenten; das hat sich geändert. Ralph Morgenstern geriet zu Beginn von Folge drei völlig unnötig unter Druck – seine Erklärungen zum Schutzschild, das er sich in Folge 2 gesichert hatte, wurden von Satz zu Satz unglaubwürdiger, und für einen Moment war er der Hauptverdächtige am Tisch. Am Abend beim Runden Tisch war davon dann kaum noch was übrig; sein Name spielte praktisch keine Rolle mehr.
Max liefert derweil munter weiter Steilvorlagen. Schon in Folge eins hatte er sich mit einem "Wir" verplappert, diesmal sprach er davon, eine Verbannung sei besser für "die Loyalen" – so, als würde er selbst gar nicht dazugehören. Urs Meier wurde hellhörig und schrieb Max später sogar auf seine Tafel. Am Ende blieb es trotzdem bei einer einzigen Stimme.
Der eigentliche Feind sitzt am eigenen Tisch
Die größere Gefahr für die drei könnte gar nicht von den Loyalen kommen, sondern von innen: Als Ralph beim Frühstück ins Kreuzfeuer geriet, hielt sich Max mit Unterstützung auffällig zurück – kurz darauf mischte er sogar bei den Zweifeln an seinem eigenen Mitverräter mit. Max machte damit deutlich, was er schon früh angekündigt hatte: Lieber würde er seine Mit-Verräter rauswerfen, als sich verdächtig zu machen.
Sowas gab's in früheren Staffeln schon öfter, und meistens ging's für den Verräter dann schief. Florian Fitz zum Beispiel versuchte in Staffel eins, seinen Mitverräter Jalil verdächtig aussehen zu lassen – und machte sich damit selbst zur Zielscheibe. Kurz danach gingen Jalil und Anna-Carina Woitschack sich gegenseitig an, bis irgendwann klar war: Einer von beiden muss es sein. Auch Wayne Carpendale flog in Staffel drei am Ende unter anderem wegen seiner eigenen Mitverräter raus.
Unmöglich ist ein Sieg der Loyalen jedenfalls noch nicht, neun gegen drei ist immer noch eine klare Mehrheit. Nur zeigt Folge drei ziemlich deutlich: Am fehlenden Beweismaterial liegt es längst nicht mehr. Ralph patzte und stand unter Verdacht, Max hat sich schon wieder verplappert – und trotzdem flog am Ende ein Loyaler. Was fehlt, ist der richtige Umgang mit dem, was schon längst auf dem Tisch liegt. Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr.
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