Idris Elba und John Cena in "Head of State": Ein Duo zwischen Chaos und Charme
Die amerikanisch-britische Allianz hält – selbst wenn sich Premier Sam Clarke (Idris Elba) und US-Präsident Will Derringer (John Cena) zu Beginn der Action-Komödie "Heads of State" alles andere als sympathisch sind. Genau diese Reibung gehört zur Buddy-Komödie dazu, deren große 90er-Jahre-Tradition das Spektakel mit furiosen Action-Ideen und reichlich Wortwitz aufgreift. Wo kein Konflikt, da keine Buddy-Komödie! Der schwarze Premier Clarke, Typ ernsthafter Politiker, hat sich von einem Wohnblock bis ins höchste Amt des Staates gearbeitet. Politisch hat er allerdings gerade einen schweren Stand. Ganz anders der mit enormen Zustimmungswerten frisch ins Amt gewählte US-Präsident Derringer.
"Heads of State": Mit der Air Force One zum Nato-Gipfel
Der Mann ist ein ehemaliger Hollywood-Actionstar und als ewig gut gelaunter People Pleaser ein Ausnahmetalent. Weil der frühere Wrestler John Cena ("Fast & Furious") dem jüngeren Arnold Schwarzenegger ähnlich sieht, passt diese Besetzung ebenso perfekt wie die des charismatischen Idris Elba als schlecht gelaunter Premier. Die Begegnung der beiden Staatsoberhäupter beim Besuch der US-Delegation in London läuft ein wenig aus dem Ruder. Deshalb möchten die PR-Strategen der Politiker, dass die beiden Heads of State gemeinsam in der Air Force One zum Nato-Gipfel ins italienische Triest fliegen. Ein russischer Superschurke (Paddy Considine) hat für diesen Trip jedoch einen perfiden Plan.
Action-Komödie mit Cyberattacken, Waffen und Superkämpfern
Der Bösewicht von James Bond'schem Weltherrschaftsformat will die westlichen Demokratien und die NATO entzweien: mithilfe von Cyberattacken, großkalibrigen Waffen und polyvalenten Superkämpfern. Allerdings haben die Bösen nicht mit dem Potenzial der beiden Anzugträger im höchsten Staatsamt gerechnet. Gemeinsam mit der britischen MI6-Agentin Noel Bisset (Priyanka Chopra Jonas) begeben sich die Action-Politiker auf eine irre Flucht durch Europa, um doch noch ihren Nato-Gipfel und die Welt zu retten.
John Cena und Idris Elba liefern Wortwitz im Action-Chaos
Das Drehbuch von Josh Appelbaum, André Nemec und Harrison Query ist ebenso hanebüchen wie seine die Gesetze der Physik maximal ausdehnende Inszenierung von Regisseur Ilya Naishuller ("Nobody"). Dennoch macht die Amazon-Produktion, die jetzt als Free-TV-Premiere im ZDF-"Montagskino" läuft, ungeheuer viel Spaß. Weil die übertriebene Gaga-Action ebenso fantasievoll in Szene gesetzt wird, wie die Dialoge zwischen John Cena und Idris Elba beste Screwball-Qualitäten ausweisen. Die Wortgefechte der Präsidenten wie auch einiger guter Nebenfiguren (Jack Quaid aus "The Boys" spielt einen US-Station-Agenten in Warschau) sind voller Schlagfertigkeit und Wortwitz. Gekonnt spielen sie auf britisch-amerikanische Klischees, "gemachte" Politiker-Images und sogar aufs ein oder andere Männlichkeitsbild an.
"Heads of State" feiert die Buddy-Action der 90er-Jahre
Auch wenn sich "Heads of State" der gnadenlosen Unterhaltung verschreibt: Es tut gut, dass neben einem irren Waffenarsenal, absurden Transportmitteln und (digitalen) Stunts auch etwas Raffinesse in diesem Film stattfindet. Der Film erinnert liebevoll an eine Zeit, da der demokratische Wertekanon der westlichen Gemeinschaft noch intakt war und in der gewählte Staatsoberhäupter sogar noch als Idole oder anpackende Macher inklusive Selbstzweifeln infrage kamen. Fast fühlt man sich, als wären die 90-er nie zu Ende gegangen.
Heads of State – Mo. 13.07. – ZDF: 22.15 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH