Problematische Aussage

Rassismus-Skandal im ZDF-Fernsehgarten: Andrea Kiewel sorgt für Kritik

13.07.2026, 14.35 Uhr
Gestern, am 12. Juli lief die zehnte Folge des ZDF-Fernsehgartens. Das Motto des Tages: 90er Party. Zu Gast waren unter anderem Captain Jack und Guildo Horn. Doch ein Kommentar von Moderatorin Andrea Kiewel sorgte erneut für einen Skandal in der Sendung, dieses Mal verursacht durch Rassismus.
Andrea Kiewel in einem orangenen Kleid und kritischem Blick.
Andrea Kiewel sorgte mit einer rassistischen Beleidigung für viel Kritik.  Fotoquelle: picture alliance / BoKo pictures | Boris Korpak

Am Lerchenberg in Mainz war gestern wieder gute Stimmung. Andrea Kiewel begrüßte zur 90er Party mit zahlreichen Gästen, die mit alten Klassikern nicht nur das Publikum, sondern auch Andrea Kiewel begeisterten. Passend zum Motto der Sendung waren zwei Sammlerinnen von Pokémon-Karten zu Gast. Genau diese Szene wurde jedoch von einem Rassismus-Eklat von Moderatorin Andrea Kiewel überschattet.

Andrea Kiewel mit beleidigenden Worten

Die Situation beginnt harmlos. Andrea Kiewel lässt sich von zwei Sammlerinnen erklären, welche Bedeutung Pokémon-Karten heutzutage in der Community und auch für die beiden persönlich haben. Dabei geht es um den Wert verschiedener Karten, den Prozess des Sammelns und die Begeisterung am Tauschen der Karten. Das ist vergleichbar mit dem Sammeln von Fußballkarten zu Turnieren wie einer EM oder WM.

Während des Gesprächs werden die Expertinnen bereits immer wieder von Moderatorin Andrea Kiewel unterbrochen. Generell wurde das Hobby des Sammelns durch lautes Lachen oder Unglauben belächelt. Der Höhepunkt war jedoch, als es um internationale Karten ging. Neun Stück wurden mitgebracht, oben auf der Karte war problemlos zu erkennen, aus welchem Land die Karte stammt. Gemeinsam gingen sie die Karten durch, zu jeder konnte Andrea Kiewel eine landessprachliche Begrüßung aufsagen. So sagte sie beispielsweise "Ah Bonjour, die Französische" oder "die Italienische, Ciao, toll".

Als die Expertin auf die japanische Karte zeigte und erklären wollte, was das Besondere an ihr ist, viel die Moderatorin ihr ins Wort und rief "Chinesisch, Ching Chang Chong!" Das betonte sie mit einer klangvollen Stimme und wohl möglich dem Versuch, die chinesische Sprache zu imitieren. Eine der beiden Expertinnen lachte die Situation weg, die Blicke der anderen sprechen Bände.

Klare Stellungnahme in Netz

In Kommentaren und Stellungnahmen zeichnet sich ein klares Bild der Entsetzung. Die Wortabfolge ist klar rassistisch gegenüber asiatischen Sprachen konnotiert und absolut zu verurteilen. Doch nicht nur die Nachahmung der Sprache ist höchstproblematisch, sondern auch das Ignorieren der Herkunft der Karte aus Japan. Bei den anderen Karten hatte Andrea Kiewel keine Probleme, die Länder zu erkennen. Doch bei Japan scheint sie keine Scheu zu haben, sie schlicht als Chinesisch zu betiteln. Ein Argument, dass aufgrund von schlechter Sehstärke oder einem Blenden durch die Sonne nicht richtig gelesen werden konnte, ist also nicht sehr valide. Damit schärt sie aktiv die beiden Länder, die völlig andere Sprachen und Kulturen innehaben, über einen Kamm und setzt sie praktisch gleich.

Eine spezifische oder persönliche Beleidigung ist eher auszuschließen, dennoch bleibt die Wirkung ihrer Worte sehr negativ belastet. Viele Zuschauer äußern ihre Kritik im Internet. Vor allem wird von einer erfahrenen Moderatorin im Öffentlich-rechtlichen mehr Respekt und ein sensiblerer Umgang mit Sprache erwartet. Manche fangen an, Andrea Kiewel mit Thomas Gottschalk zu vergleichen. Dieser geriet in den letzten Jahren vermehrt wegen unsensibler Sprache in die Kritik. Er verteidigte sich mit seiner Art "wie er halt ist" und dass er sich vom Fernsehen und von Meinungen "nicht den Mund verbieten lässt".

Das ZDF meldet sich zu Wort

Auf dem Instagram-Kanal des ZDF-Fernsehgartens wurde sich heute, am 13. Juli, zu dem Vorfall geäußert. Unter dem Beitrag zur Sendung hat das ZDF die Kommentarfunktion genutzt und verteidigt die Situation wie folgt: "...Die spontane Äußerung war der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint. Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür...".

Andrea Kiewel mag mit ihrer lustigen und lockeren Art begeistern, ihr alltäglicher Gebrauch von Rassismus gehört jedoch nicht dazu. Aus der 90er Jahre Party mit musikalischen Klassikern wurde also mehr ein persönliches Fest für Andrea Kiewel, mit etwas 90er Jahre Humor.

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