"Stralsund – Dunkle Tiefen": Kritik zum ZDF-Krimi mit Alexander Held
Es sind, wie so oft, düstere Bilder, mit denen "Stralsund – Dunkle Tiefen" (Regie: Neelesha Barthel, Buch: Mia Maariel Meyer, Lars Henning, Paul Bachmann), der 28. Film der ZDF-Krimireihe, beginnt: Hark Reimers (Thomas Ziesch), der Inhaber der Fischerei Hark & Sea, wird nachts im Hafen zuerst von hinten niedergeschlagen, dann in ein Fischernetz verpackt und letztlich auf grausame Weise ertränkt. Doch wer könnte zu einer solchen Tat fähig sein? Diese Frage stellen sich fortan die Kriminalhauptkommissarin Jule Zabek (Sophie Pfennigstorf), ihr Kollege Kriminalkommissar Tomasz Nowak (Jakub Gierszał) und ihr Vorgesetzter, Kriminalhauptkommissar Karl Hidde (Alexander Held). Dabei verfolgen sie schon bald unterschiedliche Spuren ...
Wie viele Fischereibetriebe in der Gegend ist Hark & Sea finanziell angeschlagen. Die ohnehin schon wenigen Mitarbeiter müssen deshalb oft viel zu lange Sonderschichten fahren. Einmal kam es deshalb bereits zu einem schweren Arbeitsunfall. Dessen Opfer, Winfried Göricke (Thomas Büchel), erzählt Jule Zabek von der Fischereiauszubildenden Ella Brodersen (Hannah Schiller). Deren Eltern hatten einst selbst eine Fischerei, die den immer härter werdenden Konkurrenzkampf mit Hark & Sea jedoch nicht überlebte, was zu einer familiären Tragödie führte. Warum entschied sich Ella trotzdem für eine Ausbildung in dem perspektivlosen Arbeitsfeld? Und warum ausgerechnet bei der Konkurrenz?
Trauma und Kündigung
Im Tod von Ellas Vater und dem plötzlichen Verschwinden der Mutter sieht Zabek ein mögliches Mordmotiv. Hidde und Nowak nehmen derweil verstärkt Martin Reimers (Christian Näthe), den Bruder des Opfers, und dessen Frau (Britta Steffenhagen) ins Visier.
Privat werden sowohl Hidde als auch Zabek von ihren eigenen Dämonen und Problemen gejagt: Jule Zabek leidet seit einem Sturz von der Rügenbrücke im letzten Krimi "Stralsund – Jetzt komm ich!" (Erstausstrahlung: Februar 2026) unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung. Hidde macht die körperliche Anstrengung, die sein Beruf mit sich bringt, zunehmend zu schaffen. Er spielt mit dem Gedanken zu kündigen: "Ich denke, es ist an der Zeit für ein neues Kapitel", erklärt er seiner Ex-Frau Vera Hidde (Lena Stolze) im Vertrauen: "Wer weiß, wie viele noch kommen."
So geht es nach dem Tod von Alexander Held weiter
Es ist dieser Satz, der das Publikum schlucken lässt: Alexander Held, der den Kommissar seit dem Start der ZDF-Reihe im Jahr 2008 verkörperte, starb im Mai 2026 überraschend nach kurzer Krankheit im Alter von nur 67 Jahren. Die "Stralsund"-Krimireihe hatte der beliebte Schauspieler nach diesem im März und April 2025 gedrehten 28. Film auf eigenen Wunsch verlassen, um sein Arbeitspensum zu reduzieren. So wird die Geschichte von Kommissar Hidde nun immerhin offiziell und klar zu Ende geführt.
Anders sieht es bei der zweiten großen und langjährigen Krimi-Reihe mit Alexander Held aus: In "München Mord" (ZDF) spielte der gebürtige Münchner seit 2014 die Rolle von Kriminalhauptkommissar Ludwig Schaller an der Seite von Marcus Mittermeier als Kriminaloberkommissar Harald Neuhauser und Bernadette Heerwagen als Kriminaloberkommissarin Angelika Flierl. Ein 24. Film, der den Arbeitstitel "München Mord – Das Recht auf Glück" trägt, soll im Dezember ausgestrahlt werden. Er wurde noch mit Alexander Held im November und Dezember 2025 gedreht. Es bleibt abzuwarten, wie die Figur Schaller aus künftigen Drehbüchern geschrieben werden wird. Fakt ist, dass noch in diesem Jahr zwei neue Filme mit Mittermeier und Heerwagen gedreht werden: "Den Rest wird die Zukunft zeigen", sagte Mittermeier im August im Interview mit "hallo deutschland".
Im "Stralsund"-Krimi gibt ab sofort Samuel Weiss als neuer Kripo-Chef Achim Mahron den Ton an. Das ist jedoch nicht die einzige personelle Veränderung innerhalb der ZDF-Krimireihe: Jakub Gierszał, der erst seit 2025 die Rolle von Kriminalkommissar Tomasz Nowak spielte, wird die Reihe ebenfalls verlassen. An seine Stelle tritt im 29. Film Torben Liebrecht als Kriminalkommissar Stefan Witt. Ein 30. Film unter dem Arbeitstitel "Stralsund – Das letzte Gebot" ist ebenfalls abgedreht.
Auf zdf.de ist "Stralsund – Dunkle Tiefen" bereits ab Samstag, 24. Oktober, 10 Uhr, abrufbar.
Stralsund – Dunkle Tiefen – Sa. 31.10. – ZDF: 20.15 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH