"Tatort"-Star Maria Furtwängler sucht bewusst Rollen fernab von Charlotte Lindholm
Maria Furtwängler schätzt an Charlotte Lindholm gerade das Sperrige: Ihre "Tatort"-Ermittlerin macht es anderen nicht leicht - und genau darin liegt für die Schauspielerin der Reiz. Sie hat die Figur selbst mitentwickelt und im Lauf der Jahre immer neue Facetten an ihr entdeckt.
"Ich selbst neige ja dazu, es Menschen recht machen zu wollen. Da ist Charlotte ganz anders", sagt Furtwängler im exklusiven Gespräch mit prisma. Besonders schätzt sie, dass die Figur dabei nicht in ein einfaches Rollenbild fällt: "Ich mag es, dass sie weder diese weiblich konnotierte Empathie vor sich herträgt, aber auch nicht ins Gegenteil, also eine übertriebene Toughness verfällt."
Charlotte beschäftige sich außerdem wenig mit sich selbst, "weil sie einen Job zu erledigen hat". Furtwänglers knappe Bilanz: "Mir imponiert das."
Maria Furtwängler sucht bewusst Rollen fernab von Charlotte Lindholm
Keine Frage also, dass ihr die Figur nach all den Jahren vertraut geworden ist. Doch nach Feierabend endet für Furtwängler auch der Kontakt zu ihrer Krimi-Rolle. "Sie ist mir schon ans Herz gewachsen, und ich lasse mich sehr auf sie ein", erklärt die Schauspielerin. "Umgekehrt gilt das nicht - ich lasse sie am Drehort zurück, wenn wir fertig sind und freue mich auf ein Wiedersehen."
Diese Distanz dürfte auch dazu beitragen, dass Furtwängler die Rolle nach wie vor nicht als Einschränkung empfindet. Charlotte Lindholm ist längst Maria Furtwänglers prägendste Fernsehrolle. Dass sie dadurch auf einen bestimmten Typ festgelegt wird, verneint die Schauspielerin: "Ich empfinde es nicht als Begrenzung, zumal Charlotte im Laufe der Jahre so viele Häutungen vollzogen hat, die Rolle mir also im wahrsten Sinne des Wortes Spielräume gibt."
Daneben übernimmt Furtwängler weiterhin andere Rollen. Zuletzt spielte sie in "Bis zur Wahrheit" unter der Regie von Saralisa Volm. Für diese Leistung wurde sie sogar mit dem Deutschen Fernsehpreis als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Darüber habe sie sich "wirklich außerordentlich gefreut", sagt Furtwängler – auch weil die Figur "so gar nichts mit der souveränen Charlotte gemeinsam hatte".
Maria Furtwängler sucht Rollen, die sie an ihre Grenzen bringen
Im neuen "Tatort: König in Gelb" bleibt Charlotte Lindholms Privatleben weitgehend im Hintergrund. Das war eine bewusste Entscheidung. Im Mittelpunkt sollte stattdessen die Beziehung zwischen Lindholm und dem von Andreas Lust gespielten Kollegen stehen. "Es ist ja eine sehr besondere, fast zärtliche Beziehung, die sich zwischen den beiden entwickelt", sagt Furtwängler. Für einen zusätzlichen privaten Erzählstrang sei deshalb kein Platz gewesen.
Beruflich sucht die Schauspielerin ohnehin weiterhin nach Aufgaben, die ihr etwas abverlangen. Zufrieden sei sie, "wenn ich Rollen spiele, die mich herausfordern und an meine Grenzen bringen". Entscheidend sei dabei auch das Vertrauen in die Menschen am Set: "Zu wissen, ich darf, ja, ich soll etwas wagen, weil ich meinem Team vertrauen kann, das bedeutet mir viel."
"Tatort-Aus" für Charlotte Lindholm? Das sagt Maria Furtwängler
Dass Charlotte Lindholm eines Tages einen besonderen Abschied bekommen könnte, schließt Furtwängler nicht aus. Gedanken darüber macht sie sich aktuell aber noch nicht. Auf die Frage, ob sie der Kommissarin irgendwann einen richtigen Abschied gönnen möchte oder lieber einfach mit einem letzten Fall aufhören würde, antwortet sie: "Ganz ehrlich: Darüber werde ich nachdenken, wenn es soweit ist. Und das ist derzeit ganz sicher nicht der Fall."
Auch abseits des "Tatorts" mangelt es Furtwängler offenbar nicht an Plänen. Ob es noch Rollen gebe, die auf ihrer schauspielerischen Wunschliste stehen? Ihre Antwort fällt eindeutig aus: "Aber ja! Und ich habe auch vor, sie abzuarbeiten."
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