Maria Furtwängler über den "Tatort", Demenz und ihren 60. Geburtstag
Für Charlotte Lindholm (gespielt von Maria Furtwängler) geht es in "König in Gelb" nicht nur darum, einen Täter zu finden. Ein von Demenz betroffener Kollege könnte einen entscheidenden Hinweis liefern. Doch wie verlässlich sind seine Erinnerungen? Eine Frage, die bald auch Lindholms eigene Gewissheiten erschüttert.
Charlotte Lindholm muss einem demenzkranken Kollegen vertrauen
"Um einen Fall zu lösen und Täter zu überführen, braucht es glasklare Fakten", sagt Furtwängler im exklusiven Gespräch mit prisma. Eine gute Ermittlerin müsse diese beschaffen und richtig einordnen. "Spürsinn und Intuition helfen dabei, reichen aber allein nie aus."
Genau diese Sicherheit geht Lindholm diesmal verloren. "All das gerät in 'König in Gelb' ins Rutschen. Und damit auch Charlottes Gewissheit", erklärt Furtwängler. Die Kommissarin ahnt, dass ihr Kollege trotz seiner Erkrankung richtigliegen könnte. "Sie spürt, dass ihr von Demenz betroffener Kollege Recht haben könnte und muss nicht nur gegen einen Täter, sondern auch gegen eigene Zweifel und die der anderen ermitteln."
Maria Furtwängler: Darauf kommt es im Umgang mit Demenz an
Auch Furtwänglers eigener Blick auf Demenz hat sich durch die Beschäftigung mit dem Thema noch einmal geschärft. Für sie sollte nicht allein im Mittelpunkt stehen, was Betroffene durch ihre Erkrankung verlieren. "Ich habe noch einmal besser verstanden, dass es nicht darum geht, den Verlust in den Vordergrund zu stellen, also alles, was mit Demenz lebende Menschen nicht mehr können. Und darauf womöglich gereizt zu reagieren."
Stattdessen gehe es darum, den Blick auf das zu richten, was weiterhin möglich ist: "Entscheidend ist es, zu sehen, was da ist, was geht und damit zu arbeiten, ja, sich darüber zu freuen." Genau das sei auch ein Lernprozess, den Charlotte Lindholm im Film durchlaufe.
Neuer "Tatort" an ihrem 60. Geburtstag: So schaut Maria Furtwängler selbst
Dass solche Themen innerhalb eines Krimis erzählt werden können, gehört für Furtwängler zu den Stärken des "Tatorts". Viele Geschichten orientieren sich an der Realität, beziehen Stellung und griffen kontrovers wahrgenommene Themen auf. Der "Tatort" könne sich dabei auch ungewöhnliche Erzählweisen erlauben. "Aber weil er als Marke so gesetzt ist, kann er auch Experimente wagen", sagt Furtwängler. "Ich denke, 'König in Gelb' zeigt ganz gut, wie sich ein Thema, das viele Menschen bewegt und betrifft - das Leben mit Demenz - auf Augenhöhe mit den Betroffenen erzählen lässt und dabei kein bisschen an Spannung verliert, im Gegenteil."
Auch das feste Sonntagsritual ist für sie Teil des Erfolgs. Furtwängler bezeichnet den "Tatort" als "Wundertüte". Es gebe "diese Geborgenheit im Ritual, Tag, Uhrzeit, Vorspann - und dann beginnt das Abenteuer." Ihren neuen Fall will die Schauspielerin auch selbst sehen. "Auf jeden Fall und diesen ganz sicher mit ganz vielen Freunden und Freundinnen", sagt sie. Für Furtwängler fällt die Ausstrahlung zudem auf einen besonderen Tag: "Er läuft ja an einem besonderen Geburtstag von mir." Die Schauspielerin wird am Sonntag, 13. September 2026, schließlich 60 Jahre alt.
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