Die Serie verfolgt Richelieus Aufstieg in einem Königreich, das noch immer von den Religionskriegen erschüttert ist. Der Adel stellt die königliche Autorität infrage, die Protestanten halten ihre befestigten Städte, Spanien manövriert an den Grenzen, und Ludwig XIII. hat Mühe, sich durchzusetzen. In diesem instabilen Klima kehrt Richelieu in den Staatsrat zurück. Zunächst zurückhaltend, gewinnt er das Vertrauen des Königs, indem er Intrigen und Verschwörungen durchkreuzt, und tritt im Verlauf der Krisen immer deutlicher hervor: der protestantische Aufstand, der Druck der Königinmutter, die Ambitionen der großen Herren, die Spannungen mit den Habsburgern. Mit jedem neuen Hindernis setzt er eine Politik der Zentralisierung durch, die das Königreich allmählich verwandelt. Die letzte Folge zeigt ein Frankreich, das seine Autorität wiederfindet, getragen von der Vision eines Mannes, der entschlossen ist, den Staat neu zu formen.
01
Der Aufbruch des Falken
In eine der Krone äußerst ergebene Familie hineingeboren, erlebte Armand du Plessis de Richelieu – vaterlos, aber von einer fürsorglichen Mutter geliebt – die Unsicherheit einer unruhigen Zeit. Dennoch kam er in den Genuss des Schutzes von König Heinrich IV. Als der Frieden zurückkehrte und sein älterer Bruder sich weigerte, Bischof von Luçon zu bleiben, war der junge Mann gezwungen, die geistlichen Weihen zu empfangen. Trotz seines jungen Alters erhielt er in Rom, im Alter von zweiundzwanzig Jahren, den Bischofsstab und die Mitra. Nach seiner Rückkehr nach Luçon langweilte sich Richelieu dort und träumte davon, auf einer größeren Bühne zu dienen. Schließlich, nachdem er sich als Abgeordneter des Klerus während der Generalstände von 1614 hervorgetan hatte, wurde er in die Hauptstadt berufen, wo die Königinmutter, Maria de’ Medici, ihm trotz des Zögerns von König Ludwig XIII. die Türen des Königlichen Rates öffnen ließ.
02
Ein Bischoff in der Hölle
Im Jahr 1616 begegnet man Richelieu wieder, dem Bischof der Madernie des Monsieur de Inel. Als Mann, der am Hof Einfluss gewinnen will, muss er auch reiten, schießen und – selbst als Geistlicher – Damen den Hof machen können. Als Vertrauter von Maria de’ Medici beherrscht er all dies nun ausgezeichnet und noch weit mehr. Vorerst stützt er sich auf Maria und nicht auf ihren Sohn, König Ludwig, der zwar für volljährig erklärt wurde, aber ohne Testament dasteht. Richelieu versucht, die Günstlinge Ludwigs zu stürzen. Dennoch gehen seine Berechnungen nicht auf.
03
La Rochelle und die Liebe
Wie zeitgenössische Chronisten berichten, verliebte sich der Herzog von Buckingham leidenschaftlich in die französische Königin Anita und schwor, sich seinen Weg zu ihr nach Paris zu bahnen. Daher begann er zunächst damit, mit seiner Flotte die atlantische Hugenottenfestung La Rochelle zu belagern. In Wirklichkeit jedoch verbargen sich dahinter handfeste politische und wirtschaftliche Interessen der Engländer, die aufgrund des Aufstiegs Frankreichs unter Richelieu um ihre Stellung in Europa und ihre maritime Vorherrschaft fürchteten.
04
Der Skandal des Sankt Martinstags
Der 10. November 1630 ging als der „Tag der Betrogenen“ in die Geschichte ein. Maria de’ Medici, nicht mehr Richelieus Vertraute und Verbündete, sondern seine schlimmste Feindin, versuchte, ihn zu stürzen und ihren Favoriten Marillac an die Macht zu bringen. Doch der Schlag kehrte sich gegen sie selbst. Ludwig wandte sich gegen seine Mutter.
05
Das Vaterland in Gefahr
Pater Josef befindet sich im Geheimauftrag für Richelieu. Der König von Schweden, Gustav Adolf, erhält finanzielle Unterstützung für seinen Kampf gegen den Kaiser, und Wallenstein wird der böhmische Thron in Aussicht gestellt. Richelieu, der seit Langem bemüht ist, die Vorherrschaft der Habsburger zu schwächen, steht nun seiner bislang härtesten Auseinandersetzung mit Spanien gegenüber. Die Gefangennahme des unter französischem Schutz stehenden Kurfürsten von Trier zwingt Frankreich, die Herausforderung anzunehmen. Damit tritt Frankreich in den Dreißigjährigen Krieg ein.
06
Die Launen des Schicksals
Der Dreißigjährige Krieg brachte Frankreich bedeutende territoriale Gewinne, doch im Inneren des Landes erhöhte sich die Steuerlast, was Armut und Unzufriedenheit in der Bevölkerung verstärkte. Richelieu rief zudem heftigen Widerstand im Adel hervor, dessen Privilegien er durch die Stärkung der absoluten Autorität des Königs stark beschnitt. Mehrere Verschwörungen richteten sich gegen ihn. Die Cinq-Mars-Verschwörung, angeführt von einem königlichen Günstling, der sogar von Richelieu selbst gefördert worden war, stellte den letzten Versuch dar, ihn zu stürzen, scheiterte jedoch. Richelieu starb auf dem Höhepunkt seiner Macht am 4. Dezember 1642 eines natürlichen Todes. Mazarin, ebenfalls Kardinal, folgte ihm nach.