Birgitte Nyborg, 40-jährige Politikerin der Moderaten Partei, verhilft dank ihres persönlichen Einsatzes und einer sehr großen Portion an Idealismus ihrer Partei zum Wahlsieg in Dänemark. Relativ unerwartet und vor allem für ihre Familie sehr überraschend wird sie zur ersten Ministerpräsidentin Dänemarks gewählt. Drei Staffeln und 30 Folgen lang wird beleuchtet, was es bedeutet, wenn eine Frau in dieser wichtigen Position bestehen möchte. Welche Konsequenzen es für ihr Privatleben hat, welchen Einfluss die Medien haben und wie sehr jedes einzelne Wort, jede einzelne Entscheidung von Presseberatern vorgegeben und festgelegt wird. Und es wird auch gezeigt, was passiert, wenn das Vorhaben, ein Land zu regieren, scheitert, was nach einer Wahlniederlage bzw. Abwahl folgt und was - ganz allgemein - Machtambitionen mit Menschen machen.

Internationaler Erfolg

Die dänische TV-Serie "Borgen - Gefährliche Seilschaften" wusste zu fesseln – und nicht nur das dänische Publikum. Das Polit-Drama rund um den Kampf einer Frau, die zwischen ihrer politische Rolle und dem Streben nach Macht und ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau hin- und hergerissen ist, fand auch international große Akzeptanz. 2010 gewann "Borgen - Gefährliche Seilschaften" den "Prix Italia" in Turin für die beste Fernsehserie, ein Jahr später erhielt sie den goldenen FIPA-Preis in Biarritz als beste TV-Serie. 2012 wurde "Borgen" mit dem BAFTA Award für die Beste internationale Serie ausgezeichnet und setzte sich einmal mehr gegen andere Serien durch.

Trotz des Erfolges und der begeisterten Rezeption durch TV-Zuschauer und Kritiker, gab es von "Borgen – Gefährliche Seilschaften" nur drei Staffeln, die im deutschen TV alle zunächst bei arte zu sehen waren. arte setzte dabei auf Doppelfolgen.

In der ersten Staffel thematisiert Hauptautor Adam Price den plötzlichen Aufstieg der Birgitte Nyborg von einer engagierten Politikerin zur dänischen Ministerpräsidentin, der die Situation langsam über den Kopf wächst. In der zweiten Staffel, die erstmalig Ende September 2011 im dänischen TV zu sehen war, dreht sich alles um den Politalltag der Birgitte Nyborg, aber auch um ihre privaten Probleme, die mehr und mehr ihr Handeln beeinflusse. Die Episoden der dritten Staffel thematisieren schließlich den Versuch der gescheiterten Politikerin erneut an politischen Einfluss zu gewinnen. Da ihr der Weg in die alte Partei verwehrt wird, gründet sie eine neue Partei.

Von der Realität eingeholt

Recht schnell wurde die dänische TV-Erfolgsproduktion von der Wirklichkeit eingeholt. Als die Politserie im Herbst 2010 bei DR1 auf Sendung ging, saß Lars Løkke Rasmussen als Ministerpräsident an der Spitze des dänischen Parlaments. Von einer Frau in dieser Position schien das skandinavische Land noch Jahrzehnte entfernt. Doch schon ein Jahr später rutschte Helle Thorning-Schmidt als erste Frau auf den Ministerpräsidenten-Posten. All das, was in "Borgen – Gefährliche Seilschaften" in der Fiktion durchgespielt wurde, schaffte nun den Sprung auf die wahre Politbühne.

Populäre Hauptdarstellerin

Sidse Babett Knudsen, die hier als Birgitte Nyborg zu sehen ist, hat sich recht schnell zu einer der populärsten dänischen Schauspielerinnen etabliert - und das schon vor der Erfolgsproduktion "Borgen". Erste Auftritte hatte sie in diversen dänischen Serien wie "Jo værre, jo bedre" (1994), "Juletestamentet" (1995) oder "Charlot og Charlotte" (1996). Ihren Durchbruch erlebte sie, als sie 1997 sowohl den dänischen Kritikerpreis Bodil als auch den wichtigsten Filmpreis ihres Heimatlandes, den Robert, als beste Schauspielerin in Jonas Elmers Regiedebüt, dem Drama "Let's Get Lost", erhielt. Für ihre Hauptrolle in Susanne Biers Liebeskomödie "Der einzig Richtige" konnte sie dieses Kunststück wiederholen. 2006 arbeitete Sidse Babett Knudsen erneut mit der dänischen Erfolgsregisseurin zusammen und stand für das brillant inszenierte Drama "Nach der Hochzeit" vor der Kamera. Für ihre Darstellung in "L'hermine" wurde sie 2016 mit einem César als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Übrigens: "Borgen" (dt.: 'die Burg') ist die umgangssprachliche Bezeichnung von Schloss Christiansborg, dem Sitz des dänischen Parlaments sowie des Regierungschefs und des Obersten Gerichtshofs.