Die allein erziehende Mutter Sandra Harkow ist freiberufliche Journalistin in Berlin. Mit ihrem Sohn Lutz lebt sie wieder bei ihrem Vater Walter - das ist billiger und soll sie bei ihren Mutterpflichten entlasten. Sandra hat endlich wieder einen bezahlten Auftrag. Sie soll für den "Interessenverband RFID" ("Radio Frequency Identification") einen Werbefilm für die neue Micro-Chip-Technologie herstellen. Der Film soll einen Fachkongress eröffnen, an dem hochrangige Politiker teilnehmen werden, denn Wochen später sollen im Bundestag und vor der EU-Kommission wichtige Beschlüsse zum Thema RFID vorgelegt werden. Nicht zuletzt geht es jedoch um Milliardensummen für die Hersteller, wenn der Chip nicht nur in den Reisepass, sondern auch in den Personalausweis integriert werden wird. Als Sandra mit dem Auto unterwegs ist, steigt plötzlich ein fremder Mann zu, der sie vor den Gefahren der neuen Überwachungstechnologie warnen will. Doch der Mann wird verhaftet, als er sich nicht ausweisen kann, und in die Psychiatrie eingeliefert. Dort behauptet er, ein Zeitreisender aus dem Jahr 2020 zu sein. Sandra glaubt ihm zwar zuerst kein Wort, fängt aber an zu recherchieren und stößt auf eine Menge interessante Informationen ...

Ein überaus spannender, mal witziger, dann aber auch wieder erschreckender und nachdenklich stimmender Mix aus echtem Dokumentarmaterial, Experten-Interviews und fiktiver Handlung von Regisseur David Dietl im Stil des Dokudramas "2030 - Aufstand der Alten". Die Geschichte nach dem Drehbuch von Henner Schulte-Holtey scheint schon heute für die Zukunft immer realistischer zu werden, denn am 23. Juli 2008 beschloss das Bundeskabinett die Einführung des elektronischen Personalausweises mit RFID-Chip, der den herkömmlichen Personalausweis ab 1. November 2010 ablösen soll. "Auf Nummer sicher?" beschwört das Bild des komplett durchsichtigen Bürgers, der vom Staat oder bei Missbrauch durch Privatpersonen auf Schritt und Tritt überwacht werden kann. Stark!

Foto: ZDF/Robert Rzesacz