Nach dem Münchner November-Putsch von 1923 unter der Führung von Hitler und General Ludendorff werden die Verantwortlichen Anfang 1924 in München vor Gericht gestellt. Doch kein Wort fällt über die vier Polizisten, die während des Putschversuches in München erschossen wurden, oder über die 16 getöteten Putschisten. Kein Wort darüber, dass der 1922 bereits einmal wegen Landfriedensbruchs verurteilte Hitler keine Bewährungsfrist mehr hätte bekommen dürfen, als Ausländer sogar hätte abgeschoben werden müssen. Vielmehr nutzt Hitler die Verhandlung geschickt dazu, Propaganda für sich und seine Bewegung zu streuen. Ein Grund ist sicherlich, dass der rechtskonservative Richter Georg Neithardt offen mit den Putschisten sympathisierte ...

Regisseur Bernd Fischerauer ("Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht", "Gipfelsturm") inszenierte sein Dokumentarspiel nach dem Buch, das zusammen mit dem Regisseur und Autor Klaus Gietinger verfasste. Basierend auf Tagebucheinträgen, Polizeiberichten und den Protokollen der 24 Prozesstage erzählt er die Geschichte dieses skandalösen Rechtsbruches, der mit dazu führte, dass Adolf Hitler bereits nach wenigen Monaten in Haft am 20. Dezember 1924 aus der Festungshaft in Landsberg entlassen wurde. Dort hatte er neben ausschweifenden Festen auch noch Zeit und Muse, sein weltanschauliches und programmatisches Traktat "Mein Kampf" zu verfassen. Erstmals wurde ausschließlich anhand der Originaltexte dieses Ereignis deutscher Geschichte von Schauspielern dargestellt, das aus Mangel an zeitgenössischem Film- und Fotomaterial bislang filmisch nur wenig beachtet wurde.

Foto: BR/Steffen Bauer