Erste Station: Grönland. Die größte Insel der Welt wird von einem kilometerdicken Eispanzer in die Erdkruste gedrückt. In Form von Wasser würde er weltweit die Meeresspiegel um fast 20 Meter anheben. Bernice paddelt mit Forschern zu einer Eiszunge, die in den letzten zehn Jahren schneller abgeschmolzen ist als in einhundert Jahren zuvor. Die Temperaturen in Grönland lagen in diesem Frühjahr bis zu 16 Grad höher als normal, der Tauprozess beschleunigt sich. Wie aber gehen die Bewohner Grönlands mit dieser Situation um? Auch der tropische Amazonas-Regenwald macht den Forschern Sorgen. Bernice erklettert eine Forschungsstation hoch in den Baumwipfeln. Die Messgeräte zeigen die höchste in Kohlendioxidkonzentration der Neuzeit an. Die Aufheizung der umgebenden Ozeane sorgt paradoxerweise für ein allmähliches Austrocknen des Regenwaldgebiets, was zunehmend die Artenvielfalt bedroht. Gedanken macht man sich auch im Elsass: Die Erntezeit für Rotwein hat sich dort in nur 30 Jahren um 30 Tage nach vorne verschoben. Inzwischen experimentieren Winzer mit hitzefesten Rebsorten vom Mittelmeer, es geht um ihre wirtschaftliche Existenz. Welche Folgen die Aufheizung bereits hat, kann man am besten in den Permafrostgebieten Sibiriens und Alaskas beobachten. Hier taut der Boden erstaunlich schnell auf. Die bisher tiefgefrorenen Pflanzenreste setzen bei ihrer Zersetzung in großen Mengen Treibhausgase frei. Bernice fährt mit dem Kajak bis zu einer Stelle, wo abgelagerte Pflanzenteile in bis zu einhundert Meter dicken Permafrostschichten konserviert sind.