Der gerade aus dem Gefängnis entlassene Schuster Wilhelm Voigt findet im Berlin der Jahrhundertwende keine Arbeit, weil er keinen Pass besitzt. Ein Dilemma, das ihn bald wieder hinter Gitter bringen soll: Inspiriert durch den militärischen Drill, den er im Gefängnis kennengelernt hat, kauft er sich kurzerhand in einem Kleiderladen eine getragene und ausgebesserte Hauptmannsuniform. Auf der Straße unterstellt der frischgebackene "Hauptmann" einige Soldaten seinem Kommando und befiehlt ihnen, ihm nach Köpenick zu folgen. Hier besetzt er das Rathaus, lässt kurzerhand Bürgermeister Dr. Obermüller verhaften und schickt ihn, samt Gattin, nach Berlin. Dann fordert er die Stadtkasse an und verschwindet spurlos...

Carl Zuckmayers Theaterstück über den Geniestreich des Schusters Voigt erlebte 1931 im Deutschen Theater Berlin seine Uraufführung. Regie führte damals Heinz Hilpert, die Hauptrolle spielte Werner Krauß. Deutschlands Filmregisseure fühlten sich durch diesen historisch verbürgten Stoff mehrmals zu eigenen Interpretationen inspiriert. Max Adalbert spielte 1931 unter der Regie von Richard Oswald die Hauptrolle, 1960 folgte eine TV-Adaption mit Rudolf Platte und 1997 entstand eine Der Hauptmann von Köpenick mit einem erstaunlich gut aufspielenden Harald Juhnke. Die beste Fassung ist allerdings nach wie vor Helmut Käutners (der Regisseur ist in einer kleinen Nebenrolle als Straßenmusikant zu sehen) Fassung mit dem unvergessenen Heinz Rühmann in einer seiner besten Rollen.

Foto: ARD