Im April 2009 wird das deutsche Containerschiff Hansa Stavanger vor der Küste Somalias von Piraten gekapert und die Besatzung als Geiseln genommen. Fünf der 24 Besatzungsmitglieder sind Deutsche, darunter Kapitän Krzystof Kotiuk und weitere Offiziere. In den folgenden Wochen erpressen die somalischen Piraten Lösegeld von der Reederei. Aufgrund ungeklärter Zuständigkeiten der deutschen Behörden kommt es zu keiner Befreiungsaktion, weder durch die GSG 9 noch durch die deutsche Marine. Die deutsche Reederei verzögert immer wieder die Lösegeldverhandlungen mit den Piraten. Nur durch die Entschlossenheit und den Mut des Kapitäns, seine Mannschaft und sich zu retten, werden schließlich die Medien über die Lage auf dem Schiff informiert. Der Druck auf Regierung und Reederei wächst, und letztendlich wird das Lösegeld gezahlt. Der Münchner Filmemacher Andy Wolff rekonstruiert die Ereignisse aus der Perspektive zweier völlig gegensätzlicher Protagonisten: aus der des gewitzten und wortgewandten Jungpiraten Ahado und aus der des seelisch gebrochenen Hochseekapitäns Krzystof Kotiuk. Stück für Stück entblättert sich die Tragödie zweier Menschen, die sich zunächst als Feinde begegnen und dann mehr und mehr annähern. Nach der spektakulären Freilassung präsentieren renommierte Magazine einen anscheinend glücklichen Kapitän, der dem Terror der vermeintlichen Unmenschen knapp entronnen war. Andy Wolff aber interessiert sich für die tiefer liegenden Schichten, die unsichtbare Geschichte hinter den Schlagzeilen. Ein Film, der neben den spektakulären Interviews mit dem somalischen Piraten in dessen Heimat existenzielle Fragen über Macht und Ohnmacht, Krieg und Menschsein aufwirft.