1989: Während in Berlin die Mauer fällt, ist der 17-jährige Rotschopf Jarle im norwegischen Stavanger gerade auf dem Weg, vom Versager zu einem der Coolen der Schule aufzusteigen. Die notwendigen Zutaten dafür hat er sich innerhalb weniger Monate zugelegt: Er kennt angesagte Bands wie "The Jesus & Mary Chain" und "The Smith", hat mit seinem Freund Helge die Punk-Combo "Mathias Rust Band" gegründet und es zudem geschafft, die hübsche Cathrine zu erobern. Doch dann kommt ein neuer Schüler in Jarles Klasse: ein großer, blonder Junge namens Yngve, der immer adrett angezogen ist, Tennis spielt und aussieht wie ein junger Gott. Yngve hört verachtenswerten Synthiepop und schwärmt allen Ernstes für die Gruppe "Japan" - ein richtiger Popper also. Warum nur in aller Welt kann Jarle trotzdem nicht die Augen von Yngve lassen, warum nur schlägt sein Herz schneller, wenn der Junge den Raum betritt, und wie soll er das mit sich, seinen Überzeugungen, seiner Freundin und seinen Kumpels vereinbaren?

2003 veröffentlichte der aus dem norwegischen Stavanger stammende Schriftsteller und Journalist Tore Renberg seinen Coming-of-Age-Roman "Mannen som elsket Yngve", der für ihn nicht nur den kommerziellen Durchbruch bedeutete, sondern auch zu seinem der meistgelesenen Romane des neuen Jahrtausends in Norwegen wurde. Kein Wunder also, dass fünf Jahre später diese preisgekrönte Bestseller-Verfilmung unter der Regie von Stian Kristiansen entstand. Als Jarle überzeugt der ebenfalls in Stavanger geborene Rolf Kristian Larsen, der drei Jahre später auch in Kristiansens Komödie "Ich reise allein" die Hauptrolle übernahm, als Objekt seiner Liebe ist der Stavanger Debütant Ole Christoffer Ertvåg zu sehen. Der Mix aus authentisch und hervorragend gespielten Jugend- und musikalischem Zeitporträt nach dem Drehbuch des Romanautors gewann 2008 vier Amanda Awards auf dem renommierten internationalen norwegischen Filmfestival in Haugesund.

Foto: NDR/Motlys/Minna A Suojoki